Band 
Erster Band.
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75
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Zweytes Buch. 75

Er war noch nicht zwölf Jahre alt, als er durch das An-setzn seiner Familie zum römischen Pabste gewählt wur-ye. Sein ganzes Leben war eine ununterbrochene Rei-he von Schandthaten und Ausschweifungen. Raub,Mord und Unzucht schienen seine einzigen Beschäftigun-gen zu seyn. Als er wegen seiner schändlichen Auffüh-rung von den Römern abgesetzt wurde, drang er sichmit Waffengewalt wieder ein, und verkaufte endlich,um mit mehrerer Muffe schwelgen zu können, denpäbstlichen Stuhl für baar Geld an Gregor VI.

Fünftes Kapitel.

Geschichte der römischen Hierarchie im eilften Jahr-hundert. Gregor VII.

I^nter so lasterhaften Päbsten, die weit eher auf dieBefriedigung viehischer Begierden, als auf die Unter-nehmung irgend eines grossen Wagestücks aufmerksamzu seyn gewohnt waren, konnte nichts Wichtiges zuStande gebracht werden. Wenn auch jezuweilen einehrlicher und nüchterner Mann auf einen ruchlosen Wol-lüstling im Pontifikate folgte, so war entweder seineRegierung von allzu kurzer Dauer, öderer selbst vonden Verwandten und Anhängern seines Vorführers all-zu sehr beunruhiget, um dem allgemeinen Verderben mitgehörigem Nachdrucke begegnen zu können.

Solche Zeitalter sind gemeiniglich zu Revolutionenreif. Ein Mann von grossen Geistesfähigkeiten hätte,insofern« er gerade so redlich und uneigennützig, alsverständig gewesen wäre, Wohlthäter der Menschheitwerden können. Allein aus dem nämlichen Grundemußte ein erhabenes Genie die Geisel der Welt wer-den , sobald es seine gefühlte Starke zur Ausführungallgemein verderblicher Einwürfe mißbrauchte.

Ein solcher Mann war Hildcbrand. In ihm ver-