Band 
Erster Band.
Seite
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Zweytes Buch. 8t

mit den Kronen der Könige nach beliebiger Willkährzu schalten. Allein er war ein viel zu schwacher Kopf,um bey solchen Unternehmungen methodisch zu versah,ren; und die meisten seiner Nachfolger machten sichdurch nichts, als durch schändliche Ueppigkeiten be,kannt, und waren also auch schon darum ganz unfa«hig, etwas Grosses auszuführen, wenn ihnen gleichsonst die Aeikumstände günstig gewesen wären. Miteinem ganz andern Geiste, und unter ganz andern Um-ständen handelte Gregor VII. Was bey andern nurvorübergehende Laune, und planloser Einfall war,ist bey ihm wohlüberlegtes System gewesen, und erschien, um dasselbe zu befestigen, die Erfahrung allervorhergehenden Jahrhunderte benutzt zu haben.

Sobald er einmal den weltlichen Fürsten das In,vcstikurrccht, und den Metropolitanbischöfen die Besta-tigungsgewalt ihrer Sufraganbischöfe entrissen hatte,so mußte er, um sich die gesummte Geistlichkeit unter-würfig zumachen, zuvörderst darauf denken, sie durchEide an den römischen Stuhl zu binden. Sehr bekanntist der Vasalleneid, den er sich von allen Bischöfen derKirche schwören ließ. »Ich» > so mußte sich jeder ausihnen vcreiden, »will von nun an und Hinfür dem Heil.„perrus und dem Pabste Gregonus und seinen Nach-,, folgern, die von den bessern Kardinälen werden er-» wählet worden seyn, getreu bleiben. Ich will weder»mit Rath noch mit That mitwirken, daß sie ihr Ler»ben, ihre Glieder, oder das Pabstthum verlieren,»oder durch böse List gefangen werden. Auf den Sy-»nyden, wozu sie mich entweder selbst, oder durch ihre»Nunzicn, oder durch Briefe, berufen werden, will»ich erscheinen, und nach Vorschrift der Kanonen ge-horsamen, oder wenn ich selbst nicht kommen kann,» meinen Abgeordneten dazu schicken; das römische Pabst-»thum und die Regalien des Heil. Petrus, will ich,»meines Ordens unbeschadet, erhalten und beschützen

(Gesih. di rörn. Buche- I. Bd.) §