84 Einleitung.
die Gttonen, hatten sich mehrmals des Rechts, wel-ches sie als höchste Schutzherren der Kirche behaupte-ten, zur Absetzung unwürdiger und lasterhafter Päbsiebedienet. Wirklich war auch das Schisma , welchesunter Hildebrands Regierung eintrat, bereits dasdrey und zwanzigste in der römischen Kirche; und al-lemal wurden dieselben durch umstände veranlasset,welche die christliche Religion entehrten.
Hatte der Kaiser durch die Absetzung des ersten Bi-schofs der Kirche einen kühnen Schritt gewagt, sorächte sich dieser dafür durch ein bey weitem verweg-neres Wagestück. Hildebrand hörte die Botschaft sei-ner Absetzung mit allen Merkmalen von Gelassenheit an,und schien sich heimlich Glück zu wünschen, daß ihnder Kaiser gleichsam herausgefodert habe, um seineStarke an ihm zu versuchen. Denn von diesem Augen-blick an handelte er ohne Scheue als unumschränkterDespote der Kirche und des Staats; und schon am fol-genden Tage nach erhaltener Nachricht von seiner Ab-setzung kündigte er den Völkern durch nachstehendesUrtheil seinen Willen an: "SeligerPetrus--, sprach erdarinn, --Fürst der Apostel, höre deinen Knecht, den--du von Jugend auferzogen und aus den Handen»der Gottlosen errettet hast, die mich hassen, weil-- ich dir treu bin. Du bist mein Zeuge, und die Heil-ige Mutter Gottes, und dein Bruder Paulus, und--alle Heiligen, daß die römische Kirche mich genöthiget,-hat, sie zu regieren, und daß ich lieber mein Leben,-im Elend zubringen, als mich durch menschliche Mit--rtcl auf deinen Platz dringen wollen. Da ich aber--durch deine Gnade, und ohne es verdient zu haben,--mich darauf befinde, so glaube ich, daß es deine»Absicht sey, daß das christliche Volk mir gehorche,»nach der Macht, die mir Gott gegeben hat, an dei-» ner Stelle zu binden und zu lösen im Himmel und»auf Erden. In solchem Vertrauen verbiete ich nur»