loz Einleitung.
ihres DiöttsanbezirkeS, eine gewisse Art Einflusses,der ihren Privatvortheilen in mancherley Gelegenheitten nachtheilig senn konnte. Sie suchten also, auchdieses Band zu zerreißen; warfen sich für einen jährli-chen Tribut in den Schutz des Pabstes, und hoben,da daraus das bekannte Exemtionsjystem erwuchs, al-le Verbindung auf, in der sie bisher mit ihren Landes-bischöfen siuhnden.
Ungeinein nachcheilig waren die Folgen, die aus die-sem Systeme entsprangen. Einerseits verfiel alle klö-sterliche Zucht, und die Mönche, die an den Dischöf-fen keine Aufseher mehr zu fürchten hatten, überliestftn sich allen Arten von Ausschweifungen. Anderseitsaber wurde durch dieses Exemtionssystem das Episko-pat ungemein tief erniedriget, dagegen aber der despo-tische Geist des römischen Bischofes ausserordentlichbegünstiget. Da sich aus allen Theilen der christlichenWelt die Apellazionen aller Mönche nach Rom wen-deten, so mußte sich der Begriff eines allgemeinen Bi-schofes, für welchen der römische angesehen seyn woll-te, weit leichter, als auf irgend eine andere Weise,ausbreiten, und ausserdem noch mit wenigerm Wider-sprüche behauptet werden, da sich nun an die Kette derrömischen Hierarchie eine unendliche Schaar neuer Glie-der anschloß, deren Interesse es war, in keiner an-dern , als in einer solchen Verbindung zu stehen. Un-streitig sind hieraus alle nachherigen Betrübnisse fürdie christliche Kirche erfolgt. Die Mönche brachten esin kurzem dahin, daß sie in der ganzen Welt den Tonangaben; und von der Zeit an stuhnd es in keinesMenschen Macht mehr, den Etrohm des allgemeinenVerderbens, der wüthend von allen Seiten in die Kir-che Gottes einbrach , in seinem gewaltigen Laufe zuhemmen.
Der gänzliche Verfall der Kirchenzucht, dem Rarlder Grosse nur für wenige Augenblicke noch wehre»