Band 
Erster Band.
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127
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Drittes Buch. 127

dient sich dabey Ferdinand um die Ausbreitung derrömischen Kirche machte, davon zeugt der Titel einesKatholischen Königes, welchen er von demPabste zurBelohnung erhielt. Seine Verdienste waren im Grun-de aber nicht viel mehr werth, als Ludwigs XlV.Verdienste, die er sich durch Ausrottung der Hugue-notten erwarb. Er entvölkerte sein erorbertes König-reich, indem er die nützlichsten seiner Unterthanen, dieJuden, mit Gewalt ausfliest.

Merkwürdiger für das politische Verhältniß von Eu-ropa, als für das Christenthum, war die zu Ende desfünfzehnten Jahrhunderts geglückte Entdeckung vonAmerika. Anfangs giengen zwar die Misiwnarien,welche das Bekehrungsgeschaft dieser Völker besorgten,mit einiger Schonung zu Werke. Aber, als es damitnicht so geschwind, als sie wünschten, gehen wollte,fieng man spanische Religion und spanische Herrschaftmit gleich grausamer Heftigkeit unter diesen erstaun»ten Völkern zu verbreiten an. Erst, als man nachlangwierigen Versuchen einige Stämme der wilden Hor-den durch Anlegung von Städten, durch gesellschaftlicheVerhältnisse, durch Handel und europäischen Luxus be-zwäng, konnte das Christenthum mit geringerer Muheeingeführt werden. Lächerlich aber ist der dumme Stolzdamaliger Pabste, welche im Ernste sich bereden konn-ten, daß sie Herren aller neuentdeckten Länder seyen,und als solche sich berechtigt hielten, nach Gutdün-ken die durch fremde Waffen bezwungenen Nazionmzu verschenken.