Band 
Erster Band.
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rz8 Einleitung.

Er erhob ihn zum Erzbischof von Tanrerbury. Alleinunter allen nichtswürdigen Menschen hatte er nicht leichtjemanden gefunden, der ein so undankbarer Verrather,als dieser Erzbischof, gewesen Ware.

Thomas Becker empficng kaum aus der Hand sei-nes Königs die crzbischöfiiche Würde, als er sogleichöffentlich als Feind aller weltlichen Macht auf die Sei-te des Pabstes trat, und nicht nur in England, son-dern auch in Frankreich und Italien Regenten undVolk gegen seinen Monarchen verhetzte. In den Kün-sten der Heuchele» wohlgeübt hatte er, der bis.aufdiesen Augenblick das lasterhafteste Leben führte, stetsdie Religion und die Ehre des Christenthums in demMunde, so oft er Ungehorsam und Rebellion widerseinen Souverain predigte. Als er wegen Veruntreuungdes öffentlichen Schatzes vor Gericht sich verantwor-ten sollte, erschien er im crzbischöflichen Ornate undmit dem Kreuzifix in der Hand vor seinen Richtern,und als ihn diese erinnerten, daß das Schwerst desKönigs schärfer als sein Kruzifix sey, antwortete derHeuchler: » Das Schwerst des Königs verwundetfleischlich; das meinige aber schlagt geistlich, und flös-set die Seelen in den Abgrund der Hölle» . Die Rich-ter foderten ihn auf, sich zu verantworten; allein erweigerte sich , und sagte: ^Nein, ich bin nicht verbun-den zu antworten, und ich will es auch nicht thun.So viel die Seele mehr werth ist, als der Leib, sovielmehr seyd ihr auch verpflichtet, Gott und mir zu ge-horchen , als irgend einem sterblichen Geschöpfe. We-der ein Gesetz noch die Vernunft erlaubet den Söh-nen, den Vater zu verdammen. Ich will weder vordem Gerichte des Königs noch irgend eines andernMenschen stehen, sondern ich appelliere an den Pabst,welcher der Einzige auf Erden ist, der mich richtenkann. Ich empfehle alles, was ich habe, dem SchutzGottes und des Pabstes, auf dessen Autorität ich diesem