Band 
Erster Band.
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156
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156 Einleitung.

«e Nachkommenschaft, belegte das ganze Reich mitdem Jnrerdickt, und entband alle Unterthanen ihresEides. Allein alle diese schrecklichen Anstalten bewirk-tcn weiter nichtsals neue Demüthigungen des Pab-stes- Man schritt in Frankreich immer weiter. DerKönig versammelte die Rcichsstande, und man appel-lierte auf ein allgemeines Consilium , welches in Lyongehalten werden sollte. Die königlichen Gesandten mach-ten in Rom auf öffentlichen Strassen die wüthigenSchlüsse der Reichsstande bekannt, und wußten, daLoir-far ohnehin den Römern äusserst verhaßt war,die Gemüther solchergestalt für Frankreichs Interessezu gewinnen, daß dieser seiner Sicherheit wegen nachAotnanl cnrfloh. Aber hier wiedcrsuhr ihm das Un-glück, in seinem verschanzten Schlosse von seinen ei-genen kandsleukhen belagert und gefangen genommenzu werden. Aus Verdruß über seine mißlungene Ge-waltthätigkeiten und aus Schaam über die erlittene Miß-handlungen fiel er in eine solche Wuth, daß er in seineigenes Fleisch biß, und unter den schrecklichsten Ver-fluchungen seinen Geist aushauchte.

Bonifa; hatte durch seine unbesonnene Gewaltthä-tigkeiten der Hoheit des römischen Stuhles unendlichgeschadet. Hatte er, nach dem Beyspiele seiner Vor-führer , schwache und furchtsame Regenten angegriffen,und sich gegen mächtige und muthige Könige, anstattsie durch nnaestümme Hitze zu reißen, nur vermittelslistiger Vorbehalte und Proteste vertheidiget, so wür-be er sei» Ansehn nicht so tief erniedriget, und mit derMacht, zu schaden, nicht zugleich auch das Vermö-gen, sich wieder aufzuhelfen, verloren haben. Abererst unter seinen Nachfolgern zeigte es sich, wie nach-thcilig seine Handel mit Frankreich dem hierarchischenSysteme gewesen. Denn da es Philippen in mehrals einer Rücksicht nöthig schien, mit den Päbsten ingutem Vernehmen zu stehen, so gieng seine Politick da.