Band 
Erster Band.
Seite
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is8 Einleitung.

jenigen, Welche zunächst an den Räubereien Antheilnahmen, nicht leicht irgend ein Mensch gefunden wur-de, den die Verschwendung des Hofes zu Avignonund seine niederträchtigen Gelderpressungen nicht geär-gert hatten.

Aber auch von einer andern Seite wurde die Regie-rung der Pabste zu AviAnou denkwürdig. Vornäm-lich zu dieser Zeit bewies es sich durch Thatsachen/wie enge sich Staatspolitick mit dem Interesse der geist-lichen Hierarchie zu vereinigen pflege, um weltlicheAbsichten auszuführen. In den merkwürdigen HandelnKaiser Ludwigs von Bsicrn mit den Päbsten offen-barte es sich hinlänglich, daß der französische Hof gleich-sam der Mittelpunkt war, von welchem aus alle Miß-handlungen des deutschen Reiches herrührten. PabstJohannes XXII. mußte auf den Wink der französi-schen Monarchen Deutschland gerade das empfindenlassen, was man in Frankreich nicht dulde» wollte.Aber wie jede zu scharf gespannte Saite springt, sowurde auch hier der Uebermukh auf einen so hohenGrad getrieben, daß endlich auch der Geduldigste ermü-den mußte. Denn diesem unerträglichen Joche, unterwelches Deutschland von Johannes gespannt wur-den , hatte man eigentlich jenen berühmten Frankfur-ther - Reichsschluß zu verdanken, durch welchen für allekünftige Zeiten entschieden wurde, daß ein deutscherKönig, um ein König zu seyn, nicht erst einer päbstli-chen Bestätigung benöthigt seyn, sondern von demAugenblick seiner durch die Kurfürsten geschehenenWahl an als deutscher König angesehen werden müsse.Der Pabst schleuderte zwar einen Bannstrahl um denandern nach Deutschland. Allein eben darum wurdeman sich dieser Strahle so sehr gewohnt, daß man vorihnen nicht mehr erzitterte, und nach und nach imErnste zu zweifeln anfieng, ob solche Waffen in denHänden bekannter Sünder und schändlicher Menschen