Band 
Erster Band.
Seite
186
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186 Einleitung.

mehr erfochten werden könne. Rom war gegen dieReformatoren gerade in der Lage, in welcher zu allenZeiten vornehme Despoten find. Man handelt solange nach hergebrachter Observanz, als m-n kann,und sucht dann, wann die Sache aufs äusserste kömmt,entweder durch einen gewagten Glücksstreich oderdurch politische Unterhandlungen sich durchzuschlagen.

Leo war aber auch gerade der Mann nicht, derin einer solchen Verlegenheit sich hatte helfen können.Gutmüthig von der einen Seite, und von der andernein Sklave derjenigen, deren Berathungen er nöthighatte, traf er stets nur die verkehrtesten Anstalten ,den um sich greifenden Reformazionsgeist gehörig zubeschränken. Nie wäre es jur gänzlichen Trennungder Kirche gekommen, wenn Rom gerade zur rechtenZeit auch nur einige scheinbare Vortheile von freyenStücken hätte fahren lassen, und durch ein noch sogeringes Opfer wenigstens zeigen wollen, daß mannicht mit dreister Verblendung gegen die allgemeineEinsicht des bey weiten größten Theils der christliche«Welt anzustossen begehre. Aber nach einer Politik, dienie trüglicher als bey grossen Volksrcvoluzionen ist, be-urtheilte man die Stärke oder Schwache der Partheyensehr unrichtig, sprach anfangs von den Häuptern der-selben verächtlich, und wollte nachher, als die Ver-achtung ihren Muth nur mehr stärkte, mit erschreckli-chem Grimme über fie herfallen. Diese Schritte derletzten Verzweiflung bringen aber eben auch darum ge-meiniglich die Despoten ins Verderben.

Ein Glück für die Menschheit war es aber bey alledem, daß die Päbste nicht auch zugleich stehende Ar-meen in ihrem Solde hatten. Ihre feinsten Köpfe hät-ten jä schon längst voraussehen können, daß es ein-mal darauf ankommen müßte, Observanzrrchte auchanders, a s durch Bullen, nämlich mit Kanonen undBajonetten zu vertheidigen. Ob die Monarchen stets