Viertes Buch. Liz
Staaten zu finden. Wenn gleich in unglaublich schnchler Feit das Personale desselben, so wie sein Reichthumanwuchs, so fehlte es doch an Hindernissen nicht, dieseiner Ausbreitung im Wege standen. In Frankreichwidersetzten sich Parlamente, Universität und Sorbonne.In England fand er selbst unter einer ungemein fa-natisch n Königinn sein Gedeihen nicht. In Spanienund Portugal half er sich nur durch schreckliche Ge-waltthätigkeiten empor. Aber so, wie er irgendwofestzusitzen kam, änderte sich dort auch der Geist derRegierung sehr merkbar, und jeder Staat erfuhr schonfrühzeitig die schrecklichen Wirkungen der in Religious-«ifer verkleideten jesuitischen Herrschbegierde.
Ware der Jesuitenorden auch nur vierzig Jahre frü-her entstanden, so würde allem Ansetzn nach keine Re-formazion, aber eine in der Geschichte ganz unerhörteUniversalmonarchie erfolgt seyn. Wie hatte es wohlauch möglich seyn können, daß ein einzelner MönchTonangcber seines Zeitalters und Urheber einer so aus-serordenklichen Revoluzion geworden wäre, wennschonvorher die Jesuiten den politischen Despotismus sokünststch mit dem religiösen verknüpft, und die Völkerso unvermerkt an beyde gewöhnt hatten, daß sie nichteinmal mehr fähig gewesen waren, einen bessern Zu-stand ihrer Verfassung auch nur zu ahnden ? Aber ohneden Orden der Jesuiten würde hingegen jene Rcfvr-mazivn ihre Wirkung viel weiter ausgebreitet, und amEnde wohl gar keinen Widerstand mehr gefunden ha-ben. Anzudringend war bereits das Bedürfniß einerKirchenverbesserung geworden, und allzulaut hattenschon die meisten christlichen Regenten, und auch sogardie höhere Klerisey, nach Reformazio» nicht bloß ge-scufzek, sondern auch wirklichen Antheil an derselbengenommen, als daß nicht nach und nach eine jenenWünschen und jenen Bedürfnissen angemessene Verbesskexung im Dogma sowohl als in der Disziplin hätte