Band 
Erster Band.
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221
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Viertes Buch. 221

einen Frieden bewirkt hatte. Doch selbst dieser Frie-de konnte die Eindrücke nicht mehr vertilgen, welchedie vcncriam'schen Staakskheologcn durch ihre gründ-lichen Schriften auf ganz Europa machten. Denneben diese Streitigkeiten hatten in dem ServitenmönchPaul Sarpi ein Talent entwickelt, welches demrömischen Hofe einen unersetzlichen Schaden zufügte.Vor ihm und nach ihm war es noch keinem Verthei-diger der Kirchenfreyhcit gelungen , mit so vieler Kunstden pabstlichen Thron in seinen stärksten Grundfestenzu erpüttern. Keiner hat noch katholische und pabst-liche Religion genauer unterschieden, wider blinde» Glau-ben und Icsuitismus freymmhiger geeifert und gründ-licher die Bestimmung und Mißbrauche der Kirchen-einkünfte, oder die Rechte des Staats in Absicht aufJnquisizion und geistliche Immunität entwickelt.

Es fehlte, wenn Frankreich nicht eben so mukhig,als der vcnet.amschc Freystaat, den Ultramoukanis-mus verbannte, diesem Reiche an guten Köpfen so we-nig , als an Gelegenheiten dazu. Denn bald nach derErmordung Heinrichs I V. und unter der Regentschafteiner Italienerinn zeigte es sich offenbar genug, wiesehr das französische Reich bey den ehrsüchtigen Be-strebungen der Prälaten, sich auf Kosten der Wohlfahrtdes Vaterlandes zu erschwingen, muchige Vertheidi-ger der Gallicanischen Kirchenberfassung nöthig hatte.Aber die Kaballc einzelner Faktionen, welche in Mo-narchien viel vermögender als in Freystaaten sind,unterdrückte gerade diejenigen, die sich am meisten umihr Vaterland verdient machten, und so mußte Ed-mund Richer wegen einer Schrift von der Kirchen-und Staatsgewalt brodlos werden.

Schade, daß nicht auch die deutsche katholische Kircheihre Harpis und kvichcrs hatte! Sie empfand geradein dieser Epoche das drückendste Joch. Die Siege,Welche Ferdinand U. über die Protestanten erfocht,