Band 
Erster Band.
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Viertes Buch.

gend etwas, wenn es auch blosser Schatten wäre, zuergreifen, womit sie am sichersten ftre Gegner i»s Ver.derben bringen könnten. Sie liessen also durch einenihrer ehemaligen Ordensgenossen an der Sorbonne inParis fünf Satze aus dem Augustin des HansenÄushebcn, schickten dieselben mit einer Menge Zeug-nisse , welche die Bischöfe aus kriechender Schmeichelei)gegen den Kardinal Richelieu und die Jesuiten vonsich gaben, nach Rom, und bewirkten mittels desBeystandes der Dame Olympia, daß Znno;cn; X.fünf Satze im 'Zausen verdammte , ohne sich zu be-kümmern , ob jene Satze auch wirklich darinn stühnden,und ob, wenn dieses seine Richtigkeit hätte, Zausendieselben gerade in dem Verstände geschrieben habe, inwelchem sie verdammt wurden.

Aber der durch diesen Kunstgriff beabsichtrte Ent-zweit gelang nur zur Hälfte. Die Gegner der Jesui-ten deckten sich mit einer sehr natürlichen Ausflucht,und behaupteten, es sey erwiesen, daß die verdammtenSatze wahr oder falsch seyn könnten, je nachdem mansie erk-arte; folglich könne der Pabst bey Erlassungseiner Vcrdammungsbulle die benannten Satze aus letz-tem Gesichtspunkte angesehen, und Zausen sie im er-stem niedergeschrieben haben. Sie seyen zwar derMeynung, der Pabst könne über Wahrheit der Glau-benssätze untrüglicher Richter seyn , aber es liege ganzausser seiner Mach'vollkommenheit, zu entscheiden, daßetwas das, was es nicht ist, seyn sollte.

Gleichsam, als ob die Jesuiten ihre Gegner geradeda erwartet hätten, um ihnen eine gänzliche Niederla-ge zu verursachen, liessen sie nun den Despotismusauf die armen Vernünftlcr losstürmen. Alexander VII.mußte auf ihren Wink in einer Bulle erklären daßZausen wirklich in jenem verketzerten Sinne geschrie-ben habe, in welchem er von Znnozcnz X. verdammtworden sey. Um einen so lächerlich stolzen Ucbermuth

(Gcsch. d. röm. Rirche. I. Bd.) P