Erstes Buch. 267
geschaft worden, wenn er sich nicht zeitlich in denPallast des spanischen Ministers geflüchtet, und in ei-nigen Tagen nach Monre porzto begeben hatte.Der Minoritenbruder Franzesco, welcher den Pabstbediente, ist, einem Becker gleich, aus der pabstlichenResidenz verflossen worden.
Zwey Tage nach dem Hinscheiden des Pabstes wur-de die Leiche in einer Sanfte aus dem Quirinal in denVatikan gebracht. Den Zug eröfnete ein Theil derpabstlichen leichten Reukercy. Ihr folgte die Fahnen-wache , vor welcher die pabstlichen Stallbedienkcn Wind-lichter trugen. Hierauf kam ein Theil der Schweitzer-garde mit ihren Obersten zu Pferde, der Zeremonien-meister, Abt Marcel Amici, und die Hausbcdien-ten des Pabstes in rother und dunkelviolctcr Kleidungmit brennenden Fackeln. Diesem folgte die von zweyenMauleseln getragene Sanfte, in welcher die Leiche mitden gewöhnlichen Kleidern, dem Hut und den rothenSchuhen lag. Der Kardinaldechant wollte, daß die-se Leiche unbedeckt nach dem Vatikan gebracht werdensollte. Allein das fressende Gift hatte die ganze Ge-sichtsbildung zerstöret, alle Glieder gleichsam aufgelö-set , und jede Spur einer menschlichen Gestalt vertil-get. Man mußte die scheuslichen Ueberbleibsei des Ge-sichts mit einer wächsernen Maske verdecken Nebender Sanfte gicngcn die Pönitenziarien von St. Peternebst den pabstlichen Sänftenträgern und den übrigenSchweitzergardisten. Hinten darein folgten die Helle-bardier, und in ihrer Mitte die Kammerdiener desPabstes und der Stallmeister. Nach ihnen kamen sie-ben Kanonen zum Vorschein, und der ganze Zug wur-de von einigen Kompagnien Kuraffierreiter in Brust-harnischen geschlossen.
Unter einer solchen Begleitung langte der Leichnaman der Äonstantimsiven Treppe im Vatikan a». DiePönitenziarien huben dieselbe aus der Sanfte, und tru-