28o Gefch. d. römischkath. Kirche.
hakten die Zelanren gleichsam gewonnenes Spiel. Siewendeten nun allen ihren Einfluß dahin / daß entwe-der Loscht oder Drascht auf den pabstlichen Stuhlerhoben würden. Beyde waren Freunde der Jesuiten,und beyde schienen gerade so viele Einsichten zu best-zen, um stets unter der Vormundschaft ihrer Gönnerstehen zu muffen. Für Loscht verwendete sich JohannFranz Albant, welcher zu dem Ende in seiner Zellemit den beyden Rezzomcht, mit CastcUt, Torreggt-anj, Caltnt und Buouacorsi heimliche Unterredungenpflegte, und gemeinschaftlich mit ihnen berathschlagte,in wie weit Boscht dem Drascht vorzuziehen sey. DemScheine nach vereinigten sich alle Stimmen für Lo-scht ; allein Torreggtani und die beyden Dezzsnichtbegünstigten heimlich den Drascht, indem sie voraus-sahen , daß das sicherste Mitt l, den Loscht fallen zulassen, darinn bestühnde, ihm ohne allen Widerspruchgleich auf der Stelle eine so auffallende Mehrheit zuverschaffen. Der Erfolg tauschte diese feinen Politikernicht. Boscht verstuhnd sein Interesse nicht; er glaub-te sich schon wirklich im Besitze der dreyfachen Krone,und verachtete den Wink, den man ihm gegeben, dieGesinnungen der königlichen Parthey auf die Probe zusetzen. Die Royalisten stellten sich, als hätten sie keinWort gegen Boschts Wahl einzuwenden. Aber dieseVerstellung war der feinste politische Streich. Die Ze-lanten wollten keinen Pabst, über dessen Erhebungdie Royalisten gleichgültig waren, und liessen den Lo-scht unvermuthet sinken.