Zweytes Buch. ;yy
zum Theil so offenbar vor aller Welt Augen gefündigethatte, gerade in dem Zeitpunkt, in welchem sie lei-denschaftlichen Angriffen leidenschaftliche Vertheidigun,gen entgegengesetzte, sich nichts menschliches habe zuSchulden kommen lassen. Mit weit mebrerm Grundeläßt sich hingegen behaupten, daß aus den gedrucktenProzeßacten ihre vorgebliche Unschuld nur deßwegenhervorleuchte, weil unter der Regierung des gegen-wärtigen Pabstes ihre Parthey die Oberhand behielt,weil ihre Gegner am römischen Hofe meistens Hof-mann er waren, die ihr eigenes Privatinteresse zur Grund-lage ihrer Handlungen nahmen; und weil es endlichnicht zu erwarten war, daß an einem Hofe, welcherals der Mittelpunkt des Despotismus betrachtet wer-den muß , Sachen, die mit der Aufklärung des mensch«lichen Geistes in irgend einer Beziehung stehen, an-ders, als mit der sorgfältigsten Rücksicht auf deneigenen Vortheil , behandelt werden sollten.
So sehr indessen die Zelanten durch die Bcfreyungder auf der EnFelsburg verhafteten Exjesuiten denSieg auf ihre Seite gebracht hakten; so wenig wollte esihnen doch gelingen, das Haupt derselben den Exge-neral Ricci, aus seiner Gefangenschaft zu erlösen.Hierum zeigten sich die Royalistcn über alle Erwar-tung eigensinnig. Kaum glaubten die Zelanten, daßalle Schwierigkeiten aus dem Wege waren, als so-gleich wieder neue ausfliesten. Anfangs erlaubte esSpanien nicht, den Ordensgeneral auf freyen Fußzu setzen; und als Spanien geneigt hiezu schien, mach-ten die Höfe von Wien und Floren; EinwendungenWider seine Befreyung. In der That waren die Be-sorgnisse derjenigen, welche in der Loslassung des Ge-nerals die nahe Aufstehung des ganzen Ordens be-fürchtete. so unbegründet nicht, als man vorgiebt.Es war hier darum zu thun, ob ein Mann, der überseine Gesellschaft mit weit mehr Macht herrschte, als