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Erster Band.
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420 Gesch. d. römischkath. Kirche.

noch je der willkührlichste Despote über Völker ge-herrscht hat, auf freyen Fuß gestellt, und folglichseiner Gesellschaft, von welcher ihm der größte Theilaus Fanatismus anhieng, wieder gegeben werdensoll? Man durfte, zumal unter den damaligen Um*standen, es nicht auf den Versuch ankommen lassen,was für einen Gebrauch Ricci von seiner erlangtenFreyheit machen würde. Das ganze Benehmen derExjesuiten, der Jnnhalt ihrer Vertheidigungsschriften,und, was noch mehr Gewicht haben mußte, die Be-schaffenheit ihres Ordensinstitutes ließ die bedenklich-sten Gahrungen auf den Fall hin vermuthen, wennihr Ordenshaupt in Freyheit gesetzt würde.

Doch alle Besorgnisse hatten es nicht hindern sol-len, wenigstens die Strenge der Gefangenschaft zumildern. Noch im Auguste dieses Jahres (1775.) hat-te der alte stebenjkgjährige Greis über harte Behand-lung zu klagen. Er schrieb daher an plus VI. nach-stehende Bittschrift:

„Lorenz Ricci wirft sich Ew. Helligkeit zu Füssen,und bittet demüthig um Erlaubniß, seinen höchst un.glückseligen Zustand vorstellen und um Erbarmen fle-hen zu dürfen. Nachdem derselbe fünfzehn Jahre, deraufgehobenen Gesellschaft Jesu, in den gefährlichstenZeiten, ohne Klage und ohne eine Seele beleidigt zuhaben, als welches man nie erwiesen hat, noch wirderweisen können, vorgestanden; so wurde er vor be-reits zwey vollen Jahren in die strengste Gefangenschaftversetzt, aus welcher ihm eine beständige und allge-meine Infamie zuwächst. Es wurde ihm der Prozeßgemacht, und mehrere Monathe über verlängert, daman ihn doch in wenigen Wochen hätte zu Endebringen können. Und nachdem dieser bereits geschlos-sen war, so wurde eine Nullikätsexzeption dagegengemacht, und man mußte ihn neuerdings von vornenanfangen. Nachdem endlich der Prozeß geendigt wor-