Band 
Erster Band.
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407
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Zweytes Buch. 427

aufgehobenen Ordens, und um die Demüthigung ei-niger ihrer heftigsten Gegner zu thun. Aber plusfand das eine so unausführbar, als das andere. Esfehlte ihm nicht an gutem Willen, die Zelamen, de-nen er aus Neigung und Grundsätzen ergeben war,zu befriedigen. Er hat, um dieses zu können, wie-derholte Versuche gemacht; und ganz sicher hatte derüber die Ex/esuiten verhängte Prozeß einen für sie weitungünstigem Ausgang genommen, wenn Pins weni-ger Parthcylichkeit für ihren Orden bewiesen hatte.Es fehlt nicht an Umstanden, welche vermuthen las-sen, daß die Nachwelt über die neueste Geschichteder Jesuiten weit mehr Licht erhalten hatte, wenn sievon dem jetzt regierenden Pabste weniger begünstigetworden waren. Denn es ist doch, alle Parteylichkeit beySeite gesetzt, höchst unwahrscheinlich, daß dieser Or-den, der beurkundeter Weise *) unter Llcmens XiV.in dem Augenblick seiner Aufhebung strafbar war, un-pius Vl. ganz unschuldig seyn sollte. Fast laßt essich vermuthen, daß die wahren Kriminalakten seinesProzesses vernichtet worden seyen, um der Nachweltnur diejenigen noch zu hinterlassen, die selbst von denin der Jnquisizion befangenen Exjesuiten durch denDruck bekannt gemacht worden sind. Fragt man:Was der römische Hof für ein Interesse gehabt habenmag, die Welt nie von seinem eigenen Urtheile in die-ser Sache unterrichtet, und sich hierum stets zweydeu-

Die Thatsachen, welche diese Strafbarkeit beurkunden, kön«neu in dem 4ten Bande von Walchs neuester Neligionsge-schichte Art. II. nachgelesen werden, wo ein von dem KardinalMarefoscki mit 4?. Urkunden belegter, und an Riemens XIV.über die Visitazion des inländischen Kollegiums in Rom er-statteter Bericht die Kunstgriffe der Jesuiten, sich zu bereichern,die unerlaubten Mittel, sich zu vertheidigen, und den Scha-den darstellt» den sie auch in Ansehung der Religion der ka-tholischen Kirche zufügten.