Band 
Erster Band.
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409
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Zweytes Buch. 429

durch die Zerreißung der Bande , mit welche» die §oyo-Uten die Menschheit fesselten, die gesunde Staatspo-litik eine freyere Bewegung erhalten, und wenn über-haupt über Gegenstände, die bisher zum augenscheinli-chen Vortheile der grossen Hierarchen im Dunkeln la-gen , das so verhaßte Licht der Aufklärung verbreitetwürde. Aber so hell vielleicht diese Politiker gesehenhaben mögen ; so scheint es von der andern Seite nichtwohl wahrscheinlich zu seyn, daß die Höfe, welche miteinem so außerordentlichen Eigensinn auf die gänzlicheAusrottung jenes Ordens drangen, je eigentlich dasnämliche, was die Zelanten voraussahen, bemerkt ha-ben können; sie müßten nur, was aber kaum von einemeinzigen vorausgesetzt werden kann, im Ernste entschlos-sen gewesen seyn, ihrer bisher despotisch willkürlichenMacht entsagen, um über dasjenige, was sie ihre Un-terthanen nannten, als über von dem Schöpfer mitVernunft und Freyheit begabte Menschen regieren zuwollen. Aber ein solcher Gedanke wäre ohne Zweifelden Königen aus dem Bourbomfthen Hause und ih-ren Ministern und Höflingen ein unausstehlicher Greuelgewesen; und wahrscheinlich glaubten sie die Möglich-keit eines solchen Erwachens der Völker noch weit ge-nug von den Thronen entfernt, um im Ernste sich überdie Folgen je bange werden zu lassen.

Wahrend also Zclamen und Realisten , diese viel-leicht aus Mißtrauen vor der Macht des aufgehobenenOrdens, und jene aus Besorgnissn für die Zukunft,oder auch aus Fanatismus denselben wechselseitig ver-nichten und wiederherstellen wollten, und daher sich ein-ander beobachteten und tauschten; machte die Natur,da diesen Dienst die Politik versagte, dem Leiden desgefangenen Generals Ricci ein Ende. Am iz. Win-termonath dieses Jahres (1775.) wurde er von einerKrankheit angegriffen, am 19. ließ er sich das Heil.Abendmahl reichen, und am 24. des nämlichen Mo-