42k, Gesch. d. römischkath. Kirche.
gesammte Klerus der Kirche dem Throne näherte/ umdie Füsse C>r. Heiligkeit zu küssen. Inzwischen hattensicb sämtliche Kardinale Patriarchen, Erzbischöfe, Bi-schöfe , die Auditoren der Rota, und die Konfisiorial-advokaten umgekleidet, und sich Prozessionswcise zurgrossem Kirchenrhüre gewendet, wo dem PaLste vondem Kardinalerzprrestee der Weihwafferwedel darge-reicht, wurde, mit welchem er sich und die Umstehen-den besprengte, wahrend ihn jener dreymal mit Weih-rauch beraucherte. Nun stieg Pins in die kostbareSanfte, ließ sich zum Altar des Kruzifixes hintragen,wo das vcnerabile ausgesetzt war, und betete daselbstwahrend dicpabstlichc Kapelle den AmbrossamMcnLob-gesang anstimmte. Von diesem Altar wendete er sich hier-auf zu dem Altar der Heil. Apostel Peter und Paul, woer ein kurzes Gebet verrichtete, und sich sodann auf denmitten im Ehor errichteten Thron setzte. Hier theilteer den Kardinalen, nachdem sie ihm zuvor die Obe-dienz geleistet hatten, das Presbyterium aus, welchesdarum bestuhnd, daß der auf dem Thron kniendeSchatzmeister des Pabstes dem ersten KardinaldiakonAlexander Albani zwo Medaillen, die eine von Goldund die andere von Silber, überreichte, welcher die-selben dem Pabste gab, der sie jedem sich näherndenKardinale in den Hut warf*)-Nach beendigter Austßeilung des Presbyterium trat
*) Dieses Presbyterium bestuhnd ursprünglich dari'nn, daß einjeder neuenvählker Pabst an diesem Tage dem römische» Se-nate ein prächtiges Gastmahl geben, »nd unter das Volk Geldwerfen ließ. In der Folge wurde dieser Mißbrauch aus Geizeingeschränkt, und das Presoylerinm, an welchem bisher dieganze römische Gemeinde Antheil hatte, nur nvch den Kardi-nälen und den päbstlichen Hofbedienten gegeben. In neuernZeiten endlich wurde dieser Genuß auch den letztem entzogen,so daß heut zu Tage nur die erster» allem ausschließlich privfilegiert sind, da- Presbyterium zu genießen.