Band 
Erster Band.
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427
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Drittes Buch. 427

sehen sollen. Man hatte eben keine besondere Aufklä-rung vonnöthen, um den Zwang, unter welchem dieweltliche Macht von der geistlichen gedrückt wurde,eben so unschicklich als unerträglich zu finden; und zwarumso unerträglicher, da die Hierarchen, welchen diePolitik hakte rathen sollen, die Zügel ihres Despotis-mus nach und nach loszulassen, dieselben nur immergewaltkhätiger an sich zogen. Dieses ist vornehmlich seitdem Anfange dieses Jahrhunderts geschehen. Wasvorhin die Hierarchen durch Zufall, durch Gewalt undUeberlistung an sich rissen, wollten ihre spätern Nach-folger nicht mehr fahren lassen, und flochten daher sokünstlich, als es sich thun ließ, die unerlaubten undgeglückten Anmaassungen ihrer Vorfahren in das Rest.gionssystem; wodurch dasselbe aber auch auf eine somerkbare Weise verunstaltet wurde, daß man vergeb-lich irgend eine Spur des Christenthums daran suchenwürde.

Nichts mußte aber den Beweis, daß die römischeHofreligion kein Christenthum seyn könne, deutlichervor Augen legen, als das verrufene Immum'tatssystem,welchem die Kurialisten einen ungeheuern Umfang ga-ben. Mit diesem Palladium deckten die Hierarchen sozu sagen die ganze Welt, und wollten vermöge der Aus-dehnung, die sie dem Begriffe dieses Systems gaben,ihre Alleinherrschaft über den ganzen Erdboden ausbrei-ten. So hatten sie durch diese besondere Herrschaftden weltlichen Regierungsstaat gleichsam verschlungen,und sich ausschließliche Vorzüge beygelegt, die keineeinzige weltliche Staatsgewalt mit ihnen gemeinschaft-lich theilen dürfte. „ Es ist „, sagen sie noch in diesemAugenblicke mit einem Unsinne, der mehr bemitleidcns-wcrth als lächerlich ist, „ein göttlicher Glaubenssatz, daßderjenige, weicher kanonisch zum Pabste gewählt wird,der Mzegokt und Jesu Christi Statthalter sey; es istebenfalls ein Glaubenssatz und von Gott geordnet, daß