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Erster Band.
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491
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Drittes Buch. 491

stellte ein Volksfest nm das andere an, erlaubte alle mög-liche Lustbarkeiten, beförderte alle üppige Schwelgereicn,und mittels derselben ein mit der Heiligkeit der Reli-gion äusserst abstechendes Sittcnvcrderbniß*).

Wie sich ein solches Verfahren mit dem Charakter ei-nes Vicegottes und Statthalters Christi vereinigen las-se, ist schwer zu begreifen. Aber leicht laßt es sich er«klaren, warum ein solcher Regent, welcher das öffent-liche Laster begünstigt, über jede Beeinträchtigung fci-n-er vorgeblichen Gerechtsame über die Maaßen empfind-lich wird. Einen Banditen, der auf offener Strasseunbewafnete Menschen meuchelmordet, zur verdientenStraffe zu ziehen, schien weit so nöthig nicht, als ei-nen Franziskanermönch zu züchtigen, welcher zu Endedieses Jahres in seinem Kloster auf Blemcns XIV. ei-ne Ehrenrede hielt, und diesen grossen Pabst einenWicderhersteller des Friedens in der Kirche nannte.Pins fand sich durch die Lobsprüche, die seinem Vor-fahret'gegeben wurden, so empfindlich beleidiget, daß ergegen den Franziskanergeneral sich über die Verwegen-heit des Lobredners beschwerte, und denselben mit zwey-monathlicher Gefangenschaft abstrafen ließ. Der Her-zog von Modcna hatte das so mißbrauchte Recht derGeistlichkeit, in Kirchen und andern geistlichen Gebäu-den den Missethätern eine Frcystatte zu verschaffen, auf-gehoben Pins der sich kein Bedenken machte, die La-ster seiner Rainer zu begünstigen, und in der sogenann-ten Hauptstadt des Christenthums alle Arten von Aus-schweifungen und Sittenlosigkeit zu befördern, hielt dasso nöthige und weise Benehmen der Regierung von Mo-den» für nichts geringers, als für ein unverzeihlichesAttentat auf die Gerechtsame seines apostolischen Stuh-les. Und da er den Muth nicht hatte, sich unmittel-bar von jener Regierung Genugthuung zu verschaffen,

*) Lebens-und NcsimnigSgeschichre Pius VI. Theil l. tz. XXXill.

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