-4 Geschichte der Nömischkatholischen Kirche. '
ne vollkommene Menschenkenntniß, Erfahrung,Uneinigkeit und wahre Nächstenliebe besitzen. Umsich desto nützlicher zu machen, muß er sich eben sosehr Ansetzn und Achtung, als Liebe zu verschaffensuchen, und sich aus dieser Ursache aller Streitig-keiten, Parteylichkeiten, und besonders alles un-anständigen Umgangs mit dem Pöbel enthalten.Und ob er gleich, so viel nur immer möglich,vermeiden soll, sich in häusliche Angelegenheitender Familien zu mischen, wenn er nicht besondersdarum gebeten wirb, so soll er doch zu jeder Zeitbereitet seyn, sich, in so fern Uneinigkeiten in ei-ner Familie entstanden waren, dazwischen zu le-gen, und Ordnung und Ruhe in derselben wiederherzustellen.
XXXIII) Einem rechtschaffenen Pfarrer kömmtin seiner Gemeinde eine Menge Verbrechen, Unord-nungen und Ausschweifungen vor, welche, wennsie nicht gleich unterdrückt würden, nachher nurnoch größere Unordnungen nach sich ziehen, undnicht so leicht mehr abgestellt werden können.-
Entfernt von jeder eigennützigen Absicht mußder Pfarrer auf den Unterricht seiner Hcerde seinvornehmstes Augenmerk richten, und sich deswe-gen nicht von ihr nach andern Orten, vorzüglichan Festtagen begeben. Die Unterweisung desVolks in der reinen und wahren Moral, und dieBildung der Jugend muß seine Hauptforge seyn.
Er muß in den Familien Eintracht und Ruhe er-halten, allen Feindseligkeiten zuvorkommen, die