Band 
Zweyter Jahrgang.
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§. I.

Welche Wissenschaften dem Patrizier unent-behrlich sind.

Die Alten.

Sie allein beseelen freye Männer; sie allein bilden denhohen Charackter, aus dem jede Tugend mächtig wirkt,und ohne welche. Gutherzigkeit und Wissenschaft oft für dieRepublik verloren sind. Sie geben dem Weltmanne denseinen Geschmack, ohne den Talent und Genre ihren Zau-ber verlieren , und der einem Cäsar vielleicht mehr Sklavengab als seine Legionen. Die beßte Methode die Alten zustudieren, kennt jeder der begeistert ist von dem höhenSinne derselben.

Wie viele Tausend Vortheile hat nicht die Abgöttereyihrer unächten Verehrer hervorgebracht: » Ein wenig La-„ kein wissen sey nützlich; die Lateinische Gramatik sey der„ Schlüssel aller Sprachen» : Dunkele Halbwahrheiten,welche kraftlose Methoden , und das Halbwissen zeugenwelches Mittelmäßigkeit verewigt, und womit Pedanteriejeder Wahrheit und jedem edeln Gedanken trotzbietet.

Die Alten sollten erst bey reifern/Jahren gelesen wer-den, und keiner sich an sie wagen, der nicht ein Paarseiner beßten Jahre ihnen ganz zu wiedmen hätte. Die-le arbeiten sich in die Zeiten der Griechen und Römerhinein, die mit grosser Mühe den Sinn eines jedeneinzelen Spruches, und nur. durch fremde Hülfe ken-nen. Diese kann man denen vergleichen welche in frem-de Länder, sogar an Höfe reisen, die grossen Häuser an-schauen , und mit gemietheten Cicerone» die Sitten undStaatsgeheimnisse ergründen.

Mit den Sprachen hat es eben die Bcwandtniß wie

Schw. Mus. 2. Iahrg- r->. Heft. Mmm