zweyte Absicht der Regierung. Der Prediger, und nurEr, kann durch den Zauberstab der Religion die altenTugenden wieder hervorrufen, und noch Bürger bildenwie diejenigen waren, welche die Freyheit stifteten. Nichtdaß ein Pfarrer die Schweitzergeschichte auf der Kanzeldozieren sollte. Allein, wenn er das Vaterland so kennt,wie es Pflicht ist daß jeder Bürger es kenne, so wird dieimmer vor seinen Augen schwebende Wichtigkeit der Re-ligion in unsern .Schweitzerschen Verfassungen, durch je-des seiner Worte in den Zuhörer übergehen, und seinenUnterricht allenthalben auf die Wichtigkeit der Sitten,des Glaubens und des Eydcs leiten , auch weil auf die-sen Stützen die Republick beruhet. Wo er aber jeneWahrheiten nur metaphysisch und gar theologisch be-weiset , so sind diese Schutzgötter des Staates ohne Le-ben und ohne Macht.
Also wäre anzurathen , daß die Regierung eine Ge-schichte des Vaterlands so schreiben liesse, wie sie derGottcsgelehrte wissen sollte ; um sie nicht urkundlich zuergrübeln , wohl aber so vorzustellen, daß die vergesseneWichtigkeit der Religion und der Sitten historisch demVolk einleuchtete. Wer weiß nicht, daß die vaterländi-sche Geschichte in freyen Staaten dem Volke so heiligist, als keine Andachtsbücher; und daß besonders in de-mokratischen Verfassungen durch sie die Freyheit und ihrewichtigsten Grundsätze erhalten und aufbewahret »ver-derben. Sollten nicht auch eben die Maximen in unsermVolke hervorgerufen werden, durch welche Bern gebiühcthat? Die Erlernung einer solchen Geschichte scheint mirdock wichtiger, als die der hebräischen und griechischenSprache.
Der Pfarrer soll auch so gebildet werden, daß er vonfeinem Glauben Rechenschaft geben und ihn wider dieheutigen Zweifler vertheidigen könne, nicht aber wir