4s;
Und bald hernach schrieb Lonrad, der mittlerweile indas Schweiger-Stipendium nach Paris verreist war,am dort unter Glarean seine Studien fortzusetzen, anunsern Joachim; dankt ihm für die schönen Geschenke,die er seiner Schwester gemacht, und meynt immer, daßfle noch Schwäger werden sollen. Dann bezeugt er ihm,daß er, ausser Gott und seinen Eltern, niemand mehrschuldig sey als ihm; und wie er nicht um eitelen Ruhmswillen, sondern einzig deswegen, um mit vadian aufvollkommen vertrauten gleichen Fuß umgehen zu dürfen,wünsche, mit der Zeit ein recht grosser Mann zu werden.Drauf beichtet er ihm seine wienenSündcn; und erzähltihm endlich von seiner guten Aufnahme in Lorits Hause,der nun seine ehemaligen feindseligen Gesinnungen gegenJoachim mit der tiefsten Hochachtung vertauscht, undneuerlich unter seinen Schülern einen gelehrten Senat ein-geführt , in welchem er Scipio, und sein Bruder, Leo«pold Grebel, Caro heisse, u. s. f. zo).
Da tritt ein junger paduaner, Philipp Grind «livs, ebenfalls noch kürzlich Vadians Schüler auf, der,nach seiner Rückkehr ins Vaterland, sich immer wiedernach Deutschland und nach fernem Lehrer sehnt; der beyAnlaß, da Joachim den Lorbeer erhielt, gegen ihn den.eben so richtigen als schönen Gedanken äussert: Daß,wenn ein gelehrter und rechtschaffener Mann für seine Ver-dienste belohnt werde, billig alle seines Standes, auch diegeringsten derselben, sich solches zur eigenen Ehre rechnensollten; der in einem andern seiner Briese von welsch-land sagt, was damals hingegen kein deutscher Mannklagen durste: Daß die Propheten nirgends weniger geltenals zu Hause; der sich übrigens selber für nichts minderals einen Propheten halt, immer noch seinen vadianüber seine Studien und die Auswahl des schicklichsten Be-
Zv) I5Ü.