rufts für ihn um Rath frägt, und sich endlich nach demWunsche feiner Verwandten für die einträglichen Jura be-stimmt; doch die schönen Wissenschaften nicht ganz ver.läßt, aber eben in der Barbarey seiner Vaterstadt — werhätte das vermuthet? — niemand findet, dessen Critick erbenutzen kann; der fich gleich sorgfältige Mühe giebt, sei.nem Freund Hieronymus zu Wien seltene Bücher und— guten Kirschgeist zu verschaffen, dießmal aber keinenfand, der nicht nach Eßig zog; ein gastfteundschaftlicherMann endlich, bey dem der schon oben erwähnte Bunde-ner AFrikola, als er nach Rom gieng, um bey der H.Nota angestellt zu werden, auf seiner Durchreise zu pa-dua — wahrscheinlich nicht von jenem Kirschengeist — eintüchtiges Räuschgen trank, und mit ihm bis Nachts umeilf Uhr fast von nichts als von ihrem vadian plauderte;da denn dieser geliebte Gegenstand unsern Gimdelius sosehr begeisterte, daß er, als jener schon tief in den Federnstach, fich noch an seinen Pult setzte, und, freylich eben«falls den Schlummer in den Augen, mit schweren Hän-den und stumpfen Sinnen (heißt es), maassm er den gan»zen Taq fich theils mit seinen Schülern, theils auf derGerichlsstube beschäftigte, an seinen Joachim um Mit,ternacht einen Brief schrieb, wie sie wahrlich sonst seltenin der frühesten Morgenstunde geschrieben werden; worinner ihm von dem Verhalten seiner vier Nepoten Nachrichtgiebt, welche vadian ihm, wie es scheint, zum erstenUnterricht nach padua mitgegeben; die nun nächstenswieder nach Wien kehren, und, wie Gundelius hofft,einst ihres Oheims würdig seyn werden, wenn er nunselbst das angefangene Werk an ihnen vollenden will. Undbald nachher empfiehlt er ihm eben so dringend einen jun-gen s)aduaner, Acharius Jungmayr, den Sohn einesschon alternden Mannes von mittelmäßigem Vermögen,des tugendhaften Vaters von acht Kindern, die fich alle
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