um uns haben, durch Forschen und Suchen, so uner-schöpflich an Macht, Weisheit und Güte, daß wir dieGrösse und Herrlichkeit unsers Gottes wie mit Händenfühlen können! Noch nie so sehr, wie heut zu Tage, istdie Blindheit und Dummheit eines Gottesläugners zuSchanden gemacht worden, der mit seinem Geiste denjc»nigen Geist nicht sehen will oder kann, der allen Reich-thum seines unermeßlichen Verstandes ihm vor Augen le-get. Wie viele unter uns find eben dadurch zu mehrererAufmerksamkeit auf die Geschöpft, die zu ihrem Dienste er-schaffen find, und zum Preist und Ehrfurcht ihres göttlichenUrhebers, geleitet worden! Wie begierig werden von vie-len die schönen Schriften gelesen, die sie in dieses Heilig«thum des grossen Vaters aller seiner Geschöpfen hinein-führen ! Welche Regung des Danks, der Ehrfurcht, derVerwunderung, werden wir nicht öfters auch in dem Um-gänge mit den geringsten Leuthen gewahr; vornärnlich wenndie, welche täglich es mit diesen Wundern Gottes zu thusthaben, von ihrem Lehrer einen Wink bekommen, bey ih-rer Arbeit nicht nur ihre Hände, sondern auch ihre Ver-nunft zu gebrauchen!
Allein, war dieses die ganze Bestimmung des Menschen?Sollte man nicht aus den grossen und liebreichen Anstal.ten, die Gott gemachet, sich den Menschen nicht nur inaller seiner Herrlichkeit zu erkennen, sondern auch zu ge«messen zu geben, und aus der vorzüglichen Fähigkeit, dieer in die Menschen geleget, Ihn zu erkennen und seinerzu gemessen, den vernünftigen Schluß machen: Daß dieDauer eines so edein und so sehr begünstigten Geschöpfs un-möglich in die kurze Zeit dieses gegenwärtigen LebenS könneeingeschlossen seyn, da die beständige Erwartung, durch denTod fein höchstes Gut, welches er kaum ein wenig zuschmecken angefangen, auf immer zu verlieren, sein gau.zes Lebe» hienieden mit einer unaufhörlichen und trostlos