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ermeßliche Schuldigkeit / für die grosse Liebe und Gnadedieses ihres göttlichen einigen Seligmachers, durch einenunverbrüchlichen Gehorsam gegen seine so heilige Gebote,sich und ihr ganzes Leben zu einem ihm angenehmen Opferzu mache»; die Nothwendigkeit, in welche sie sich gesetztsehen, um die zu einem so erhabenen Dienst unentbehrli-che Unterstützung einer göttlichen Kraft in dem demüthig-sten Gebet anzuhalten: Diese und andere so helle leuch-tende Strahlen des himmlischen Lichtes kommen ihnen soschrecklich, und ihren tief eingewurzelten Leidenschaften sofürchterlich vor, daß sie irgendwo einen Schatten suchen,sich vor einem so unerträglichen Anblicke zu verbergen. Ei»nige nehmen zu der Zweifelsucht ihre Zuflucht, und wol»len sich gegen alle Schrecken der Religion damit beruhi-gen, baß alles, was man von derselben sagt, wenigstensungewiß, wo nicht überall erdichtet sey. Andere fangendie Sache so an, daß sie auf der einen Seile nicht ganzohne Religion zu seyn, auf der andern Seite aber sich dieschwere Last derselben vom Halse zu schaffen suchen. Manmaaßt sich unbefugter Weise das Amt des Schicdrichterszwischen Gott und den Menschen an. Man formt sichselber eine Religion- wie man sie gerne haben wollte.Man will von den Grundlehren der Religion noch etwasstehen und gellen lassen, aber viele ernstliche und nach demSinne des Menschen beynahe unmögliche Bedingungen desEvangeliums müssen durchgestrichen werden. Man stüm«melt und setzt zusammen, bis endlich eine Religion heraus,kömmt, gleich jenem Bilde des Nebucadnezars, dessenFüsse mit Eisen und Laimscherben vermenget waren; da-her diese ungleichartigen Theile nicht an einander klebenwollen.
Gründliche Kenner des Christenthums werden solchenUnfugs des Wiükührlichen in der Religion um so viel ehergewahr, weil sie sogleich mit Erstaunen sehen müssen, wie