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Gnädiger Herr Bürgermeister! Hochgeachre, für-treffliche Herren! Dieses ist nun die Gestalt, welcheunsre vaterländische Kirche bey der gegenwärtigen so ge»rühmten Aufklärung gewonnen. Dieses selige Licht hatvon seinem Glanz auch etwas auf uns ergossen; allein esstellet sich demselben durch der Menschen Schuld noch vie-les in den Weg, daß es seine erwärmenden Stralen nicht,wie es könnte, auszubreiten im Stand ist. Unser Amtleget es uns auf, so viel möglich» gegen diese Hindernissezu arbeiten, und unser Volk auf den rechten Weg einerwahren Erleuchtung zu führen. Allein je Heller unsere Auf-klärung ist» destomehr werden wir überzeuget, daß einegründliche Kenntniß und herzliche Liede der von Gott unsgeschenkten herrlichen Religion» das letzte Ziel aller andernmitgetheilte» Erkenntniß, und der eigentlich höchste Punktaller wahren Weisheit sey. Diese, da sie die eigentlicheund letzte Bestimmung des Menschen bekannt machet» leh-ret uns, worauf alle unsre Absichten und ganzes Verhal-ten müssen gerichtet seyn. Sie giebt zugleich die Grundre.gel der glücklichsten und beßten Regierung. Ein brittischerLord, der beydes ein grosser und kluger Staatsmann» undein erleuchteter Freund und Vertheidiger der christlichenReligion war, läßt sich folgender Maassen vernehmen:„Wo die Religion unvollkommen ist» da muß die politische„Gesellschaft, da müssen alle Gesetze, tue zu ihrem Beß.„ten gegeben werden, unvollkommen seyn. Religion ist„nur verfeinerte Philosophie; und kein Meiukh konnte sich„jemals einer Vollkommenheit in der Skaatsklugheit rüh,„men, dessen Verstand nicht vorläufig durch den Unter-richt der Gottesgelchrtheit war geöffnet und erweitert„worden. Denn ein Fehler in der Religion bringt allezeit„Mängel in der Gesetzgebung hervor» *).
N) llpttleton in seinen Briefe» über die Englische Historie. I.
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