mich , wie ich glaube» bey manchem sonst auch wählbarenThema noch mehr herumgetrieben als bey diesem.
Vernehmet meinen Vertrag mit geneigtem Gemüthe,theuerste Zuhörer! Trauet mir's zu» Ihr mit Ansehn undWürde und mannigfaltigen Verdiensten ausgezeichnete Vor.sicher! daß ich mich selbst zu gut kenne, als daß ich einenVersuch wagen mögte, ob ich ein Redner für Euch seynkönnte. Aber das ehrfurchtvolle Zutrauen hab' ich zuEuch, daß ich denke, Ihr höret herablassend und gernezu, so lang Ihr sehet, daß ich den Zweck, den ich heutebesonders haben soll, ein Erweckungsworl in junge Her-zen zu sprechen, nicht hintansetze, und daß einiche Hof.nung zu fassen sey, ich werde die gute Absicht nicht ver«fehlen.
Zu Euch studierenden Jünglingen und Schulen besu-chenden Rnaden ist vor Gott mein Herz gerichtet, indemich Euch zu Gemüth führe, daß bey einem Menschen,der zu wahrem Glück und Ehre emporwachsen soll:
Ein freyer, eigener, edler Trieb; undL. Doch zugleich, eine Folgsamkeit gegenGesetz und Ordnungen mit Willig-keit, sich rathen und helfen zu lassen,anzutreffen seyn müsse. Gepaart sag ich muß eins mitdem andern seyn:
— — — — alterius
Altera xolcit opem res 6c conjurat armes.
Junge Leute, zumal Söhne eines freyen Staates wieIhr, ihr Jünglinge und Knaben unsrer lieben Stadt Zürich,sollen »» wahrem Glück und Ehre emporwachsen. Euchist kein wünschenswerlhes Gut, keine Art von wahrenVortheilen und würdigen Freuden, und kein Stafcl vonEhre und Würde von Natur verschlossen noch abgeschlagen.