geringes Vergnügen, zn vernehmen, daß Vernunft undReligion, die von Krankheit bewürkte finstre Muthlosigkeitbeilegten, und daß Hallet mit der Ruhe eines Philoso.phen und dem Glauben eines Christen gestorben sey. Inseinem letzten Briefe, den er wenige Tage vor seinem Todeschrieb, spricht er zwar von der fürchterlichen Grösse derEwigkeit, aber mehr mit Hofnung als mit Furcht; undsieht mit Zufriedenheit auf sein verflossenes Leben zurück rMitten unter einigen Klagen, die lhm seine Schmerzenabpreßten, gedenkt er seines Vaterlands mit der wärmstenZuneigung, und betet noch zum letztenmal für die Erhal-tung und Wohlfahrt desselben. Bis zu seinem letzten Au-genblick setzte er seine gelehrten Beschäftigungen fort, undbehielt seine Sinnen und Memüthsruhe; er betrachtete seinherannahendes Ende ohne Furcht und Bedauern: »Mein»Freund», sagte er zu dem Arzt, der ihn besorgte, »ich»sterbe, mein Puls steht still» — und verschied. Er starbden iL. December 1777. >m siebeuzigsten Jahre seines Al.ters. — So lebte und so starb der grosse Haller, einMann auf den Michaelis , der berühmte Orientalist,mit Recht eine Bemerkung, die über das Genie des Ari-stoteles gemacht worden ist, anwandte: blegus coclo,Vagus terrs, negue msri guicgusm relmguere voluit incog-nitum, iuäole prsoteres säeo inirsbili, ut sä Impuls ns-lum xr-eoipue äiess *).
2) Vielleicht wird es dem Leser nicht unangenehm seyn, hier dieSchilderung zu lesen, welche Herr von Saussure (in seinenReisen durch die Alpen) von Hallern macht: »Ich bin„nicht im Stande die Bewunderung, die Hochachtung, ja bey-„nahe die Empfindungen von Anbetung, welche dieser grosse„Mann mir einflößte, auszudrücken. Welche Mannigfaltigkeit,»welcher Reichthum, welcher Scharfsinn, und welche Deutlichkeit„herrschten in seinen Begriffen! Seine Unterredungen waren„lebhaft, aber dabey nicht mit jenem Feuer begleitet, das nur