Band 
Sechster Jahrgang.
JPEG-Download
 

ecke! ist, so gerne und treu nährt und unterhält er auchdie einmal getroffene Auswahl. Gerät!) er allenfalls aneinen, dessen Fehler er nicht zu bessern vermag, so entläßter ihn mit Gelegenheit, und löst so die Bande der Freundsschaft auf, ohne sie zu zerreißen. — Im Umgang undGespräche mit seinen erprobten und seinem Geiste ange.messenen Vertrauten findet er so viel Vergnügen, daß erden schönsten Genuß des Lebens darin» zu fetzen scheint.Denn Ball» Würfel, Karten, und alle Spiele, womitsich der vornehme Pöbel um die lange Zeit zu betrüge»pflegt» sind ihm gänzlich zuwider. — So wenig Sorgfalter für sich selbst verwendet, so »»ermüdet besorgt er hin,gegen die Angelegenheilen seiner Freunde. Mit EinemWort: Wer ein Muster wahrer Freundschaft zu kenne»wünscht, der findet dasselbe am vollkommensten an unsermMorus. — In seinem Umgänge herrscht eine so selteneLeutseligkeit, und so ein angenehmes Betragen, daß erauch den Trübsinnigsten erheitert; und es kömmt nichtsso Scheußliches auf die Bahn, dem er nicht sein Widrisges zu benehmen wisse. — Von Jugend an fand er seineLust an Scherzen, so daß er dafür ganz geschaffen scheint;allein nie schweifte er darinn zur Pöbelhafligkeit aus;und eben so wenig liebte er je das Beißende. In jünsgern Jahren schrieb er kleine Lustspiele, bey welchen erdann bisweilen auch eine Rolle übernahm. Jeden gewürz-ten Einfall, auch wenn er auf ihn selbst gemünzt war,liebte er, auS besondrer Lust an feinem, geistigem Witze;er schrieb daher als Jüngling auch Epigrammen, machteLucian zu seinem Lieblingsschriftsteller, und vermochteMich das Lob der tftarrheir zu schreiben; d. h. er brachtemich schwerfälliges Kameel zum Tanzen. Aus jedem Borsfalle, auch aus den ernsthaftesten Dingen, weiß er immeretwas Belustigendes zu ziehen. Bey gelehrten und weistiiLeuthen macht er sich ihren Verstand zu Nutze; bey Nnge»( S'chrv. Mus VI. Jahrg. 8. Heft.) R r