sollt' ich es nicht so nennen, da wohl nie irgend einer sogewaltig nach dieser Ehre strebte, als Morus sie aus,wich. Weil es aber dem Könige darum zu thun war,seinen Hofstaat mit gelehrten, festen, klugen und recht-schaffnen Diännern zu zieren, so zog er nebst vielen an-dern , besonders auch unsern Thomas zu sich, und ge,wann ihn so lieb, daß er ihn nie wieder von sich lassenwollte. Auch ist er ihm wirklich in den wichtigsten Ge,schäften eben so trefflich berathen, als in Stunden derErholung, wo der. König stch gern' angenehm unterhält,derselbe keinen munterern Gesellschafter hat In verworre»neu Fällen, welche einen sachkundigen und klugen Schieds-richter erheischen, weiß Morus solche Auskünften zu fin»den, daß beyde Theile mit ihm zufrieden sind. Aber nochniemand erhielt es über ihn, daß er das kleinste Geschenkangenommen hätte. Wie glücklich müssen Staaten seyn,denen ihr Fürst solche Männer, wie dieser ist, an dieSv tze der Geschäfte giebt! Niemals wandelte ihn, auchnicht der geringste Stolz an. Und unter so vielen Gerschäften bleibt er immer seiner vorigen Freunde ringe,denk, und kehrt nicht selten zu seinen geliebte» Studienzurück. Allen seinen Einguß, und was er durch die Ge-wogenheit seines Königes vermag, verwendet er zum Beß-ren des gemeinen Wesens, und dann eben seiner Freun-de. Es war zwar immer in seinem Characktcr jeder-mann behülstich zu seyn, und Mitleiden zu üben; nunaber beweist sich dieses desto mehr, da er mehr nützenkann. Dem einen hilft er mit Geld; den andern schützter dmch sein Ansetzn; einen andern unterstützt er durchseine Empfehlung; und Wem er mit der That nicht helfenkann, dem steht er mit seinem Rathe bey. Niemand gehtje ungetrvstet von ihm. Man möchte Morus den öffent.tichrn Schutzpatron aller Dürftigen herssen. Er hält es/ür seinen höchsten Gewinn, wenn er einen Bedrängten
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