erleichtern, einem Verwickelten und Zurückgehaltenen Aus,wege zeigen, einem aus der Gnade Gesunkenen die alteHuld wieder verschaffen kann. Niemand erzeigt lieberWohlthaten, und niemand halt sie einem weniger vor.So glücklich er nun in allen Rücksichten ist, und so ge-wöhnlich tonst der Wohlstand die Prahlerey mit sich imGeleite führt, so sah' ich doch nie einen Sterblichen, derdavon entfernter wäre.
Doch ich komme wieder auf die Studien zurücke, wel»che mich Morris, und Morris mir so lieb gemacht.In seiner Jugend wandte er vielen Fleiß auf die Dicht-kunst ; hernach bemühte er sich ernstlich feinen prosaischenStil weicher zu bilden, und übte sich in jeder Gattungdesselben. Den Charackter dieses Stils darf ich dir nunnicht beschreiben, da du seine Schriften so emsig liesest.Er fand Vergnügen an der Ausarbeitung von Reden, überparadoxe Gegenstände zumal, weil diese eine stärkere An-strengung des Geistes erfodern. So hatte er noch alsJüngling ein Gespräch entworfen, in welchem er plarosIdee von der gemeinschaftlichen Besitzung aller Dinge so,gar auf die Weiber ausdehnte. Ein andermal widerlegteer Lucians Tyrannenmördcr, wobey er mich gerne zumGegner gehabt hätte, um sich desto besser auf die Probezu setzen, wie weit er es in diesem Fach bringen könnte.Sein Utopien gab er heraus um zu zeigen, woher dieGebrechen der Staaten zu leiten wären? Besonders aberschilderte er Brittannien darinne, welches er so genauund durchaus kennt. Das zweyte Buch schrieb er schonfrüher mit Muffe, und fügte nachwerts das erstere sehrschnell hinzu; daher einige Ungleichförmigkeil des Aus-drucks zwischen beyden. Selten findet sich jemand, der soglücklich aus dem Stegreife rede, so geschickt gehorcht feineZunge dem trefflichen Verstände, Immer ist sein Geistgegenwärtig und allenthalben schon voraus; immer sein