Band 
Sechster Jahrgang.
JPEG-Download
 

6zs

Gedächtniß gerüstet, und alles in demselben in feine Fä«cher eingetheilt, so daß es ihm ohne Säumen darbietet,was Zeit und Umstände crfodern. Bey Streitfragen be.weist er einen unerreichbaren Scharfsinn, so daß er auchden trefflichsten Theologen ernstlich zusetzt, wenn er sichmit ihnen einlaßt. Johann Eolerus, ein Mann vonungemein feinem und gesundem Urtheil, pflegt, unterFreunden, zu sagen: »England hätte nur ein einiges»Genie»; da doch diese Insel sonst an trefflichen Köpfenso reich ist. Er ist ein fleißiger Verehrer der ächten An,dacht, aber eben deswegen von allem Aberglauben weitentfernt. Er hat seine Stunden, in denen er sich nichtmit auswendig gelernten, sondern aus dem Herzen flies,senden Gebeten an Gott wendet. Mit seinen Freundenspricht er von einem zukünftigen Leben so, daß man'sihm anhört, wie von Herzen und mit welch zuversichtlicherHoffnung es geschieht. Und so ein Mann ist Morus amHofe; ungeachtet es noch immer Leuthe giebt, welche glau»den, Christen seyen nur in Klöstern anzutreffen, u. s. f.

IV.

Die Linth i).

Entbunden vom eisernen Stricke des WeltzwangsUnd den, thörichten Gängelbande der Mode,

Die meine ringende MuseIm reichenden Busen ersticktenUnd unter der Geschäfte SklavenjocheEndlich zerdrückten —

Findet mich wieder der goldene Stral der Freyheit,

r) Den Eingang verfertigte ich zu Glarus bey meinem SchwagerRathsherr Fndolm Joseph von Tfthudi, au den «S auch ge-