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so ist das eine ungereimte Folgerung. Dennwie viele Geheimnisse knd in der Natur ent-halten , deren eigentliche Beschaffenheit wirweder durch die äusserlichen Sinnen , nochdurch die Vernunft erreichen , und nichts de-sto weniger müssen wir ihre Würklichkeit ein-gcstehen. Warum will man denn nun dieGeheimnisse bloß deßwegen verwerffen, weilman sie weder durch die Sinnen noch durchdie Vernunft erreichen kan, da sie doch insolchem Fall aufhören würden Geheimnisseru seyn.
§. 4. Da wir viertens auch keine innereBew eise von den Geheimnissen führen, wel-che uns durch Ueberzeugungs. Gründe, dievermittelst der Sinnen und Vernunft ausder Sache selbst hergeleitet werden , zumBeyfall bewegen ; so handelt ein Leiste höchstunvernünftig, wenn er die Geheimnisse deß.wegen läugnet und verspottet, weilen ihmVernunft und Sinnen keinen Beweiß davonausliefern, und ihm entweder die Würklich-keit oder die Art der Möglichkeit derselbennicht vor Augen legen. Führen wir aberäußerliche Beweise, oder Beweise des Zeug-nisses , welche uns durch Gründe, die nichtin der Sache selbst liegen, sondern von aussenhergenommen sind, zum Beyfall nöthigen,uemlich , das Zeugniß einer göttlichen Of-fenbahrung ; so handelt ein Reiigions-Svdt-ter so unbillig , als boßhaftig, wenn er dieangegebene qcoffenbahrte Geheimnisse ver-wirft , ehe er alle die Gründe umgestoßen,woraus wir den wahrhaftig göttlichen Ur-sprung der Offenbahrung hinlänglich bewei-sen ; da die Giftigkeit, Weißheit und Wahr-heit GOttes unmöglich betrügen kan, undsein Zeugniß daherv einen vollkommenen Bey-fall des Glaubens verdienet , mit welchemCollin gleichwohl, als einem betrügerisch-ersonnencm Oeäo, sein Gespötte treibet.
s. Nachdeme auch fünftens die Ver-theidigung des Christliche» Glaubens durchunumstößliche Gründe dargethan, daß diegöttliche Schrift von keinen Betrügern ver-fertiget worden (*), und daß die heilige
Schreiber so gar keine unlautere Absichtenbey der Bekänntniß ihres Glaubens gehabt,daß es ihnen vielmehr verträglicher würdegewesen seyn , wen» sie davon abgelassen hät-ten (**), so handelt ei» Naturalisie ganzgenMnlsß , daß er die Geheimnisse derChristlichen Religion mir den betrügerischenErdichtungen derer heydnifchen Priester undGötzen-Knechte in eine Classe seyet, ohnedie Beweißthümer zu zernichten , welche mandießfalls zur Ehren-Rettung dieser GotteS-Männer schon längstens angebracht hat.Es ist dieß Verfahren eben so alder , alswenn ich einen weltberühmten Arzt, der vondenen vornehmsten medicinischen Facultälendie bewährteste Zeugnisse ausweisen kan, daßer in verschiedenen Krankheiten besondere Ar-cana besitze, ohne seine Zeugnisse einzusehen,bloß deßwegen als einen Betrüger ausfchrcyenwollte , weilen vor einiger Zeit ein Markt,schreyer herum gezogen , der sich eben solchergeheimen Arzney-Mittel gerühmet, und vieleLeute hinter das Licht geführet.
(*) 5 Houteville erwiesene Wahrheitder Christlichen Religion durch dieGeschichte, i.. I. csp. vii. vui.
(**) Daß weder Christus noch seine Apostelaus einer Staats-Klughett oder unlautemAbsicht die Geheimnisse des Evangelii ver-kündiget , das zeiget abermahls gar gründ-lich Herr Abt Houteville d. c. tz. nr-,u. f. und Johann le Clerc in der Unter-suchung des Unglaubens, im Anhang,dessen ersten Brief S- ;4r. der HällischenAusgabe.
§. 6 . Es ist scchstens auch wider alleBilligkeit, die ganze Christliche Religion samtder göttlichen Offenbahrung aus diesemGrund zu verwerffen , weilen etwa eineSecte derselbigen einige unvernünftige Dingein ihr Religious-Gewebe mit einffechtet, diedoch nicht den geringsten Grund in der sichrichtigen göttlichen Offenbahrung haben.So kan ich z. E. aus dem vorgegebenenblutigen Schweiß des Januarii nicht schlies-st« , daß es mit der ganzen Christlichen Re-ligion