Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
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ligion und ihrer Offenbahrung eitel Betrugseye.

§. ?. Jetzo getraue ich mir aus der heyd-nischen Meynung von den verfressenen undversoffenen Götzen der Heyden gegen denColtiii, zum Vortheil der Christlichen Reli»gio», zu streiten. Denn da aus dieser Mey»nung der Heyden erhellet, wie blind unsereVernunft seye in der Lehre von GOtl undgöttlichen Dingen; da es ferner eine aus-gemachte Sache ist , wie bey dem Mangelriner wahren Erkanntniß GOtleü der Aber-glaube und ein verkehrter Gottesdienst sichohnausbleiblich einsinde; so wird man garleicht daher ermessen können, wie nothwen-dig eine Offenbahrung seye , die der Ver.nunft in der Erkanntniß GOltes mid desächten Gottesdienstes zu Hülfe komme (^).Ja , wenn wir crwegen, wie GOlt in allenDingen seine Ehre und die Vollkommen-heiten seiner Crcalur sich zum Zweck gestellethake, so hat sich GOkt nicht entziehen kön-nen , die Menschen durch eine solche Offen-bahrung vollkommener zu machen, und nachVerstand und Willen zu verbessern (**).Hat es mit der Offenbahrung seine Richtig-keit, so müssen auch nothwendig Geheimnissem derselbigen enthalten seyn. Denn da dieOffenbahrung ein Wunderwerk ist; GOttaber zur Erreichung eines gewissen Endzwecks,wozu natürliche Mittel Hinreichend sind, kei-ne Wunder verrichtet, er müßte denn widerseine Weißbeit handeln .; so kan keine Offen-bahrung statt finden, welche keine Geheim-nisse , sondern nur solche Wahrheiten, diedie Vernunft, sich selbst gelassen , erreichenkan, in sich fasset (***). Da nun die Christ-liche Offenbahrung so viele Merkzeichen ih-rer Göttlichkeit an sich hat, auch keine sol.che Dinge lehret, welche der gesunden Ver-nunft widersprechen, so ist man verbunden,ihre Geheimnisse so lange vor Wahrheit zuhalten, ob man sie gleich nicht begreiffenFan, biß daß die Göttlichkeit solcher Offen-bahrung , aufheren Zeugniß sich die Geheim-nisse gründen , durch bündige Gründe überHaussen gewissen worden.

(*) Diesen Bcweiß hat unter andern sehrweiftauftig ausgeführet Herr EdmondGidson , Bischoffzu Landen, in dem zwey-ten Sendschreiben an die Gläubigenseiner Gemeinde. ?. 10;. u. f.

(**) Man vergleiche zur Erläuterung HerrnWasch in dem versuch, die Nothwen-digkeit der nähern «Offenbahrung zuerweisen, ohne sich auf die Lehre'vonder Unsterblichkeit der Seele, odervon der Genugthuung zu gründen.

(***) Die vollständige Ausführung diesesBeweises findet man in des Herrn V.treulichst shenlog. revelac. tz. bXXI. undin Herrn Buttstcis Schrift : Die Noth.wendtgkeil der Geheimnisse in derwahren Religion aus der Vernunft.

Fortsetzung des poZ- ^.angefange-nen Artickeis.

pAA. 40. erscheint eine Klage an den Au-gustus über Virgils Tode und eine Bitte,daß er seine Aeneis nicht , wir Virgii ster-bend befohlen hatte, unterdrücke und ver-brenne. Der Gedanke ist sinnreich und ausder Sache selbst hergeholt:

die pereant stammst roc manumenrL va-rum.

/rcczue stemm Trojam fest major üsmmscremabic.

Auch weißt der Verfasser geschickt desKaysersLob damit zu verknüpft», daß die Schriftendieses großen Poeten erhallen werden. kaA.4r. ist ein scherz auf einen liederlichen Schul-meister , über den niemand lachen wird, derseinen Geschmack von dem Spiele mit zwey»dcutigen Worten entwöhnt hat. Der Ver-fasser hat einen Einfall in dem Titel bustitviLZister erfischet, welches Meister der Schuleund des Spieles heisset. ?ag. 44. an In,iium: ist von gleichem Gelächter : DerSchnee von ihrer meisten Haut hat den Poe-men in ein verliebtes Feuer gesetzt: Er wünschtdaß sie dasselbe nicht mit dem Schnee oder Eißder Kalrsinmgkeit, sondern mit dem Feuer,

das