Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
48
JPEG-Download
 

48

Stz ):(

wüthigen Neffen. Er liefert uns bey jedemStücke , davon er etliche Editionen gesehen,alle Varismes die sich in derselben finden,und bestirnt die wahre Lesart mit geschicktemFleiß, er erkläret die dunkeln Stellen mitbchörigen Nachrichten und Muthmaßungen,die hohen übcrsttzt er in einen ebnem undeinfältigern Vertrag , er vergleich! öfterseinen Gedanken eines vorhabenden mit einemähnlichen aus einem alte» oder neuern Poe-ten : Es wird aber dem Leser überlassen,den Unterscheid und Vorzug des einen oderandern zu bemerken. Ein geschickter Leser,der nicht so grosse Belesenheit als der gelehrteHerausgeber besitzt, wird ihm für diese Müheeinigen Dank wissen, daß er ihm die Stellen zurVergleichung vorgelegt. Für junge Leute,die noch sn ihrem Geschmacke bilden, wärees lehrreich und nützlich, wenn Hr. B. überdas wesentliche der poetischen Schönheitenso wohl in den Epigrammen , als in denStücken, die er damit vergleicht, anzeigen,und den Grund, warum er dem einten oderandern den Vorzug zuspreche, entdecken wür-de. Er wird es noch besser wissen, als ich,daß dieses nicht daS geringste Amt des Dri-rici bey alten Urkunden sey , und noch da-

zu das weit angenehmere und nützlichere,als die mühselige Sammlung aller Varirn-rum lleÄmnum ist. Wenn ein erfahrner0>ricu5 nach seinen Regeln einen Text ver.bessert hat, so könnte er fodern, daß mandamit zufrieden sey , oder selbst gehe undwie er die allen bilc. von neuem vergleiche:Dieses letzte thun sehr wenige: Die Anzahlder erstem ist ungleich grösser. Folglich könntein den vielen Ausgaben der Alten eine Mengedergleichen kritischen Noten dahinten bleiben,und könnte genug seyn , wenn man von ei-nem jeden Autore eine Edition hat, darin»alle abändernden Lesarten zusammen getra-gen seyen , damit die sich da erbauen kön-nen , die im Stande sind, die rechte zu su-chen. Ich wünsche, daß die Sammlung,die Hr. B. unter Händen hat , recht man-nigfaltig werde, und anstatt mythologischerund ceremonieller Stücke, die man aus demLiessen Alterthum erklären muß, und mehrdie Curiositet als den Geist nehren, eine grös-sere Anzahl moralischer, charakterisierender,satyristber Stücken erscheinen, dazu man denSchlüssel in seinem eigenen Busen findet unddie iin Leben der Menschen Nutzen und Ver-besserung schaffen können.

Bez? den Verlegern dieser Nachrichten ist auch Zu haben:

5 vcraces servier,;, Xamippe ckominan; , oder wohlmeynender Zuruff an alle unter demJoche ihrer Weiber seufzende Mitbrüder , den Fühllosen und Unempfindlichenzur Ermunterung, den Nothleibenden und Bedrängte» aber zur Erquickung andas Licht gestehet von einem gelassenen Ebemarm. 8. Sclavendurg 17^7 ä s kr.

Der verlohrne Cranz der gewesenen Jungfer Berg ob Zoom , ein Lustspiel nebst einemNachspiel; darinnen in dem ersten die Belagerung dieser Stadt, indem andernaber ihre »»vermuthete Uebergabe vorgestellet wirb. 8- Kyck in de Pot, 1747» kr. .

Der politische Kanngiesser, ein Lustspiel, in fünf Auszügen. Aus dem Dänischen desKönigl. Dän. Consistorial-Raths und Professors zu Cöpvenhagen Herrn Holbergs,übersetzt von M. Georg Delharding. 8 . 1747 2 i« kr.

Diese Nachrichten sind alle Mittwochen.in Zürich, bey Heidegger und.comxzZm'eBuchhändler, zu bekommen-