Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
147
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Verderben vor dieselbe, ansehen , und vorNichts mehrers, als einen privilegirten Schul.Wind, darimwo kein Geist und Leben, ach-ten und ausgeben könne. Seine Beweiß-Gründe sind folgende: a.) Würde durchAnstellung solcher Red-Uebung mehrentlmlsnur Eigennutz und Eigenliebe befördert,b) Geschähe dadurch deuen ordentlichenLcctionen ein merklicher Schade und Ein-trag. c.) Schüler, die noch nicht vieleWissenschaften besitzen , sondern nur erstdazu zubereitet werden, verderben viele Zeit,so wohl zum Ausarbeiten ihrer Reden, alsauch zum auswendig lernen. Auf die ihmselbst gemachte Einwürffe, als daß ,.) sol-che Uebungen einer Schule grosse Ehre undAnsehen zuwege bringen , und folglich die.selbe berühmt machen. 2.) Daß dergleichenUebungen ein vortrefliches Mittel seyn, dieSchüler im Reden und Aussvrechen derWörter, wie auch im Ausdruck des Affeetszu üben und vollkommener zu machen.

Daß Schüler durch Haltung solcher Redeneine Munter- Freudig- und Herzhaftigkett be-kämen : bestehet seine Antwort gar in ma,gern , unnützen und impracticäblen Vor-schlägen. Nur den einzigen Vorschlag aufden dritten Eimvurf zu betrachten , so sprichter: „Wie schön wäre es , wenn vom vor-„nehmen Stande , und in wichtigen Aem-„tern stehende Männer, die sich in Städten,„wo Schulen sind , aufhalten , nur eine„einzige Stunde die Woche sich abmüßigten,„und jungen honetten Leuten einen Zugang„verstatteten, und mit denselben vo» diesen„oder jenen anständigen Dingen zu reden be-„liebten; so würde ganz gewiß eine rechte„und ihr auf ihr ganzes Leben nützende„Freudigkeit heraus kommen. „ Wer wirbdiefen Vorschlag wohl vor practicabel halten?Wo werden stch wohl vornehme und in wich-tigen Aemtern stehende Männer mit frem-den SÄul - Buben und deren ihrenSchul-Füchstreye» aufhalten? Und was hatdieser Autor mehr gethan, als nur äs lanacaprina weitläuftig geredet, wenn er zuEnde seiner Abhandlung spricht : „Und,da

„von meinem sei. Herrn Vorführer , der sich„um hiesige Schule (zu Grals nemllch )„höchst verdient gemacht, dergleichen„oracorio; weislich und mit gutem Bedacht„eingefüget, und von ihm nicht ohne Ruhm„gehalten worden , so hat man dieselbe aus»Liebe fortzuführen vor nöthig erachtet; so„fern ist es, daß man den rechten Gebrauch„verachten wollte. „ !li) Ioh. EustachiusGoldhagen, Rectors der Schule zu Nord-hausen , von dem natürlichen Berufzum Studieren, 1746. Der natürlicheBeruf ist , nach der Beschreibung des Au-toris, eine Verpachtung zu gewissen Ver-richtungen, durch die Mittheilung derjeni-gen Gaben und Fähigkeiten, welche zu dem-selben nöthig «nd mit einer merklichen undbeständigen Neigung zu denselben verknüpfetsind. Da nun GOtt die natürlichen Gabennach unzählbaren Stufen und Vermischun-gen der Lebhaftigkeit und Stärke ausgethei-let Hai, so daß einer zu diesein Amte, derandere zu jenem ; einer zu dieser Arbeit, derandere zu jener besonders aufgelegt ist , somuß auch wohl der Wille des Gebers seyn,daß ein jeder die empfangene Fähigkeit zuder möglichste« Fertigkeit bringen und zuseinem und anderer Menschen Nutzen ge-brauchen soll. Eben darinnen bestehet dernatürliche Beruf. Ueberdieß so beobachtenwir bey denen Menschen eine gewisse Lustund Neigung zu dieser oder jener Handthie«runq und Arbeitund zwar nicht allein zusolchen Verrichtungen, welche Ehre, Reich-thum und Vergnügen bringen , sondern auchzu solchen , welche Verachtung , kümmerlichLeben und grosse Beschwerden mit sich füh-ren. Die Neigung aber muß stch alsdannvornehmlich spührcn lassen , wenn man schonim Stande ist, sich einen vollkommenen undzureichenden Begriff von der Beschaffenheitund Wichtigkeit der Lebens-Art, zu wel.cher man eine Lust bey sich versvühret, zumachen. Ist nun ein natürlicher Beruf zueiner Sache nöthig , so ist es gewiß zumStudieren. Studieren heißt, sich bemühen,eine wahre und gründliche Gelehrsamkeit zuT r erlau-