Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
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erlangen. Die Gelehrsamkeit aber in ihremganzen Umfange ist eine vollständige undgründliche Erkänntniß der Wahrheiten , aufderen Wissenschaft und Ausübung die allge-meine und besondere Glückseligkeit der Men-schen beruhet. Hierzu wird nun eine ge-wisse Scharfe des Verstandes erfordert , indie Liessen der Wahrheiten einzubringen,und solche von dem Falschen zu unterschei-den. ES muß die Einbildungs-Kraft leb-haft und richtig seyn, um sich die deutlich-sten Begriffe von den Dingen, welche unse,rer Erkänntniß unterm orffen sind , zu ma,chen. Das Gedächtniß muß eine unzählbareMenge von Worten und Sachen annehmen,bewahren und wieder zu rechter Zeit hervorgeben. Wem es nun an diesen Gaben derNatur dergestalt fehlet» daß er, auch beydem grollen Fleiffe, wenig oder nichts aus-richten kan; oder wer so wenig Neigung undTrieb dazu fühlet, daß ihm das Studierenvielmehr die gröste Last ist ; der hat gewißst> wenig einen natürliche Beruf zu demsel-ben , als eine Nacht Eulszu dem Gesang derNachtigall. Wie aber? wenn stch alle Kenn-zeichen des natürlichen Berufs zu dem Stu-dieren zeigen, und die Schul - Lehrer, wel.che die beste Gelegenheit haben , die Fähig-keit ihrer Schüler zu prüffen , ein unver-werßiches Zeugniß davon ablegen ; sind dieEltern wohl befugt, ihre Kinder davon ab-zuhalten , entweder weil es ihnen an zurei-chenden Mitteln fehlet; oder weil fie dieAbsicht haben , ihnen bald, nach ihrer Re.dens-Art, zu einem Stück Brod zu helffen ?Antw. Keinesweges: Der natürliche Berufkommt von GOtt; wer ihn verhindert, derwiderstrebet dem göttlichen Willen, und ver-heert alle das Gute, welches nach der Ab-sicht desselben in der Welt gestiftet werdenkönnte. Soll denn die Armuth an allendiesen Guten hinderlich seyn? Das hiesse jaein schlechtes Vertrauen auf die göttliche Vor-sorge setzen. Diese hat gar vielen DürftigenWitte! und Wege gezeiget, alle Schwierig-keiten und Hindernisse zu überwinden , undselbst den Mangel der zeitlichen Güter darzu

gebraucht, sie" desto mehr zum Fleiß anzu-spornen und ihnen die Fertigkeiten, welchezu wichtigen Verrichtungen erfordert wer-de» , zu geben. Jacob Weller brachte nichtmehr als einen Groschen nach Wittenberg;stieg aber dennoch durch feine erlangte Wis-senschaft und Tugend biß zu der Würde ei- ..ues Chur-Sächstschen Ober - Hof- Predigers,Beichtvaters und KircherMaths empor, undmachte stch um Kirchen und Schulen hoch-verdient ; dergleichen Ercmpcl die Gelehrten-Historie noch sehr viele auszuweisen hat.Hingegen bey dein Mangel aller Kennzeicheneines natürlichen Berufs, dennoch den Ent-schluß fassen, bey der Schule zu bleiben undstudieren zu wollen, heißt nicht Glaube undZuversicht auf GOtt, sondern Vermeffen-heit, und ist eine Versuchung GOttes.IV.) Nachricht von der Dom - Schulezu R»ga , nebst noch andern dtoris Sctio-Islkicis.

(Die Fortsetzung folget künftig.)

Mantua. Bey denen Erben des ^Ibercokarroli hat die Presse verlassen ; I-ecrera^?oI»gerjcz fciirrs sst un 2mrc» st»I vor-rore 6iscinco Hnlelmo OsKellsni klesticoconstorro stsl Vublico stell' sniica l'errastell» kieve vicino 2 Lemo, nells ^usle üstjfenste il 8»pone, stal mestesimo spplicn-w svprs sti »na Oomusione. 174s in fol.

-r Seiten stark. Zu diesem Schreiben hateine Cur, welche der Hr. Lsstellsm bey ei-ner contusion mit der Jnngrün - Wurzel,Wasser und Seife thun wollen , aber ihregehörige Würkung nicht gethan, Anlaß ge-geben , indem er einen Gegner gefunden,welcher dieses Mittel verworffen, und dage-gen einen warmen Ueberschlag von der Milchgebraucht ; da nun nach z Tagen sich einedruckn bey dem Patienten gezeiget , so hatletzterer behaupten wollen, solches habe dieSeifen-Cur verursacht, welches aber der Hr.Ogssellani hier widerspricht und zeiget, daß,wenn man bey dergleichen Umständen dieSeife nicht applicirt- gemeiniglich der kalteBrand daraus entstehe. Wie denn bey Jn-

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