Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
158
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Höchsten Grade vollkommen sey, wenn er sei-ne Handlungen so einrichtet, wie ste durchsNatur - Gesetz bestimmet worden ; daß esaber auch nicht unmöglich sey , daß derMensch den höchsten Grad seiner Vollkom-menheit nicht besitze, u. s. f. Endlich wirddie Möglichkeit der Qffenbahrung wiederumalso behauptet: Ein vollkommener Menschstellet sich » seiner höchsten Vollkommenheit»«erachtet, manche Vorschriften des Natur-Gesetzes nur dunkel , manche nur klar,manche auch nur verworren vor , welchesim vorhergehenden erwiesen ist. Die Dun-kelheit einiger Vorstellungen ist nun zwar inder Natur des Menschen und seinen wesent-lichen Einschränkungen gegründet, indem ernicht alles sich deutlich vorstellen kan ; daß>er sich aber eben diese Vorschrift dunkel,diese und keine andere verworren vorstellet ,solches ist was zufälliges. Daher ist es garwohl möglich, daß er diese Vorschriften so,wie viele andere , deutlich einsehe. Wäredie deutliche Erkenntniß eben dieser Vor-schriften in dem Zusammenhange der Weltgegründet, so würde ste würklich seyn, undder vollkommene Mensch würde sich dieseVorschriften, die er nur dunkel oder klar cr-Lennel, deutlich vorstellen. Daher ist diesedeutliche Erkenntniß dieser verworrenen, kla-ren oder dunkeln Vorstellungen nicht im Zu.sammeiihange der Welt gegründet. Folg-lich muß diese Deutlichkeit, wenn sie wurk.lich werden soll, durch ein Wunderwerk ge-würket werden. Nun ist diese deutliche Er-kenntniß der Vorschriften eben so wohl mög-lich , als die gegenwärtige dunkle Vorstel-lungen derselben, daher ist es möglich, daßdunkle Vorstellungen bey einem vollkomm -<iei, Menschen können durch ein Wunderwerkdeutlich gemachet werden. Gesetzt, es ge-schehe dieses würklich; gesetzt eS würde demvollkommenen Menschen durch ein Wunder-werk eine deutliche Erkenntniß von diesenVorschriften des Natur-Gesetzes, die es jetzostch nur dunkel vorstellet, gegeben ; würdealsdann der Mensch nicht eine Erkenntnißso» dem göttlichen Willen erhalten , weil

das Natur - Gesetz der Wille GOttes ist ?Würde er also hierdurch nicht eine göttlichenälzere Offenbahrung bekommen? Daherfolget, daß ciue nähere Offenbahrung beyder grossen Vollkommenheit des Menschengar wohl möglich sey. Endlich stellet HerrMasch eine Vergleichunq zwischen einem voll-kommenen an, und zwischen unserm jetzigenZustande, und da zeiget er, daß wir jetzigeMenschen öfters einzelne Handlungen bege-hen , die dem Natur-Gesetz zuwider sind ;daß wir das Natur-Gesetz mehr übertretlen,als wir. wissen; daß in uns ein Widerspruchder Kräfte , und wir folglich ganz unvsii.kommen sind, ja daß wir schon so gebohrenwerden; daß unser Zustand aber auch nichtunheilbar sey , u. d. gl. Der Beweist derMöglichkeit einer Offenbahrung , der ausdiesen «Sätzen folget, lautet also; Die Un-vollkommenheiten und Mangel, welche beydem Menschen angetroffen werden , und beydem jetzigen Zustande natürlich sind, könnennoch weggeschaffet, und der Mensch wiedervollkommen gemachet werden. Daher istauch ein Mittel möglich , wodurch solchesgeschehen kan. Das Mittel aber, wodurchein Mensch vollkommener gemachet werdenkan, ist eine göttliche nähere Offenbahrung,Folglich kan eine göttliche nähere Offenbah-rung , wenn man bloß auf die elenden Um-stände der Menschen siebet, mit solchen Un-vollkommenheiten bestehen, oder die Unvoü-kommenheiten der Menschen enthalten nichtden Grund der Unmöglichkeit der näherenOffenbahrung. Im vierten Abschnitt wirdvon der nähern Offenbahrung in Absicht deckganzen Zusammenhanges der Welt geredet.Der Verfasser giebt hier wiederum eine De-monstration von der Möglichkeit der Ossen-bahrung in Ansehung der Well. Die Wettist unvollkommen , kan aber vollkommnerwerden, doch nicht natürlicher Weise, son-dern durch ein Wunderwerk. Die Vollkom-menheit derselben hanget von der Vollkom-menheit der Menschen ab, werden diese voll-kommener , so wird sie es auch. Eine nä-here Offenbahrung ist aber allein das Mittel,

.wodurch