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stand lesen will. Wie herrlich würde es nichtauf dem exegetischen Felde aussehen , wennalle Ausleger mit solcher Geschicklrchkeit sichan die biblischen Erklärungen gemache hätten!Aber, weil den meisten die Belestnbeit inden Profanscribemen , und mit einem Wort,die schönen Wissenschaften, gefeblet; so ha-ben ste nur mit einem Auge gesehen. Istfür ;y kr. zu haben.
Frauenfeld. lde« Oeuvre« ste lrir. 6ressc»
Lstir. nouvelle en II. Vol. 8. ^mst. ,748.
Diese letztere Ausgabe der Gedichte desHerrn Oresser ist mit einigen neuern Stückenvermehrt worden. Ich mache mir eine Freu-de , den Teutschen dieselbe anzukünden, unddenen, welchen der Ruhm dieses Authorsnicht bekannt ist, die Gedichte des zärtlich-sten und freudigsten Schülers des Anacreonsanzupreisen. Meine Lanbesleute verzechenmir, wenn ich ihnen desselben Schriften zumBeyspiel vorlegen darf. Wie sehr wünschteich, daß ein Teutscher selbst das unbilligeVorurtheil von der abzuhärten Männlichkeitunserer Sprache durch glückliche Proben wie«legen wurde. Unsere Zeiten haben Dichterhervorgebracht, deren sich Deutschland rüh-men kan ; die die ernsthaftesten Lehren inlebhafte Bilder und erhabene Ausdrücke ein-zukleiden wissen. Allein nennet mir einendeutschen Is Lkspelle oder Lkäulicu. DieVortheile einer wollüstigen Ruhe, der Frey.heil und einer philosophischen Muse mit ei-nem nachläßiqen Reitz vormadlen, die Ein-bildung mit flüchtigen, heiter» und leichtenBildern entzücken und einwiegen, den Witzmit feurigen Ausdrücken und einem geschick-ten Scherz aufwecken, den Verstand mit mun-tern und gründlichen Gedanken unterhalten,gewinnen , das Ohr mir einem fließendenSilbenmaaß , mit einem sanften Äohlklangschmeicheln und rühren, den Lesern durcheine zärtliche und natürliche Harmonie ge-fallen ; dieses ist der Verdienst und die Gabedes Herrn Qresser, und der besondere Werthseiner schätzbaren Schriften. Ist denn un-sere Svrache keiner Annehmlichkeiten fähig?Dieses darf ich nicht glauben ; Ich wünschte
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vielmehr im Stande zu seyn zn beweise»,daß man auch das Zarte in unsere Poesiebr-ngen kan. Wir müssen dieses von derVeränderung der Sitten hoffen. Was ha-ben wir nicht der Schule der Engelläuder zudankend Solte uns ein schnöder Wahn undungereimter Stolz abhalten etwas von denFranzosen abzulernen. Es kömmt ja zuletztalles auf das Gestandniß hmaus, wir lesenandern Völkern nach. Sollen wir ausRuhmbegierde nichts entlehntes zu haben eineGelegenheit versäumen. Nur dieß jage ichnoch , daß ich kein grosser Verehrer Aliacre.Mischer Oden bin; und daß bey mirLieder von Mädchen, Wein, Russen,Lieben , Trinken, deren uns jede Messeganze Sammlungen giebt rc. kaum Gedichtesind. Ich wage es , einige Versuche dar-gegen zu legen , die ich aus unsren Oressecübersetzt, nachdem mir die Stellen vorgefal.len. Das Gedicht von dem Ver ven schreibter einer ungenannten Fräulein zu, die er imAnfang also anredet: Von«, pre« ste Hui 1e§Or»ce« solimire«...
O du! bey der der stille Reiz der SchönheitGlänzt ohne Schmink, und herrschet ohneStolz.
Du, dessen Geist der Wahrheit selbst gehei-ligt,
Geschmack und Scherz und eine holde Frey»
heit
Mit strenger Tugend zu verbinden weiß.Weil ich des edlen Radens rührend Unglück,Dir heut getreu und deutlich schildern soll,Sey meine Muse, leite mein Gesang,Und leihe mir die so beliebten Töne,
Die zarten Tön die deine Leyer gabAls Sultan, ach! ... im Frühling seiner
Tage
Von deiner früh betrübten Lieb entrissenIns schwarze Reich der finsteren Schatten
stieg.
Dieses scherzhafte Gedicht ist, wie die Fran-zosen sagen, uu Poeme ctiLrmsnc. DieOtEireuie ist ein Schreiben » darinn er ei-nem Freunde seine traurige Wohnung lebhaftabbildet und von seinen Beschäftign amFf» Rech-