Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
254
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Line Sammlung von Briefen eines jungenMahlers an seine Freunde in Engelland , ineinzelnen Blättern in 8vo. durch den Druckbekannt gemacht. Die in solcher Samm-lung befindlichen Stücke sind zwar nicht allevon einerley Werth; doch muß man beken-nen , daß verschiedene, derselben sehr lesens-würdig sind , und die wichtigsten Nachrichtenund Anmerkungen von den Alterthümern unddem gegenwärtigen Zustande der L-ladt Romund einiger benachbarten Städte , von demBerge Besuvius , und von dem, was manUkbem ludrerr-meLm nennet, in sich halten.Sonderlich ist die letztere Materie mit gros-sem Fleisse hiev ausgeführet, und die hiebergehörigen Briefe , so von einer andern Fe.der, als die übrigen , abgefaßt worden, sindvoll von solchen Umständen , die gar wohlverdienen, unsern Lesern bekannt gemacht zuwerden. Fünf oder sechs Meilen von Nea-pel , an dem Fusse des Berges Vesuvius,hat ehemahls ein berühmter Seehafen gele-gen , da sich die Römer, wenn sie nach Afri-ka gewollt, eingeschiffet haben. Der Nahmeder Stadt war Herculaneum , und es warddieselbe unter der Regierung des KaysersTiti, als sich der Vesuvius mit erschreckli-chen Erdbeben entzündete, von der Erde ver-schlungen. Da sie nun beynahe ganzer 1700Jahre vergraben gelegen, so ist sie erst voreinigen Jahren , und ganz von ohngefehr,entdecket worden. Ein Arbeiter, der sich inder Liesse eines Brunnen befände, entdeckteeinen Gang von alten eingefallenen Mau.ren« die man nicht eher vor das, was siewirklich sind, erkannt hat, als biß man siegröstentheiis aus dem Abgrunde hervorge-bracht. Hiermit ist man noch jetzv beschäf-tigek, und auf Befehl des Königes werdenalle Kleinigkeiten ,^ie aus der Treffe hervor,gezogen werden» si' .ssäitig aufbehalten. Daniemand die Erlauvniß bat , sich das ge-ringste davon abzuzeichnen , und man nichteher eine richtige und vollständige Beschrei-bung, nach Art des blulei Noremini, da-von liefern wird, als biß alle diese Alterthü-mer in der Gallerte des Pallasts, den Se.

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MM. zu Portici bauen lassen, in gehörigerOrdnung aufgestellet worden ; so maß mansich indessen mit unvollständigen Erzehlunge»dererjenigen begnügen, denen erlaubt worden,so wohl die im Grunde liegende Stadt, alsdie zur Zeit hervorgezogenen alten Denk-male , in Augenschein zu nehmen. Manstelle sich zur Zeit nur unter der Erde frischgegrabene Wege und Strassen vor, derenwenige höher oder breiter sind , als daß eineinziger Mensch mit Mühe durchkriechenkönne, und welche so, wie es die dazu bc-stellten Arbeiter gut und bequem gefundenhaben, eingerichtet worden. Durch diesekrumme und dunkele Wege wird man in dieobgedachte unterirdische Stadt gefübret.Hier kömmt man bald in Strassen, davonman ordentlich nur eine Seite zu sehen be-kommt , und wovon man sich noch nicht ge.trauet hat daS Pflaster zu entdecken , weiles gar zu tief und nahe bey starken Wasser-quellen lieget; bald in Häuser, die grösten«theils mit Erde bedeckt sind , und nicht an-ders als mit vieler Mühe erkannt werdenkönnen. Durch diese pfleget man eben sshurtig, als mit grosser Gefahr, durchzulauf.fen , und man bemerket in dieser Geschwin-digkeit grosse Haussen von Steine» und Kalke,zerbrochenen Säulen, zerstreutem Marmor,Bäumen und Erde, welches alles nach undnach mehr durch Versehen der Arbeiter, alsdurch das Erschüttern vom Erdbeben , un-ter einander gerathen. Man mulhmasset,daß die feurige Materie des Besuvius dieleStadt entzündet habe, ehe sie noch von demliessen Schlunde der Erde verschlungen wor-den. Die Oeffnung der Erde muß übrigenssehr enge gewesen seyn , und das Feuer,wodurch die Balken, und so gar das Brod,so man gefunden, in Kohlen verwandelt wor-den , hat nicht so lange gedauret, daß dieseDinge völlig in Asche verwandelt werdenkönnen , sondern ist gar bald , da sich dieErde wieder zugethan, ersticket worden.Wenn man diese Stadt von der Erde, da-mit sie umgeben ist , völlig säubern könnte,so würde man vielleicht finden, daß sie gar

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