Band 
Fünfter Jahrgang, 1748.
Entstehung
Seite
382
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Gesprächen ist gegenwärtiges übersetzt. DerVerfasser hat das bekannte Vorurtheil, Eselsind Estl, auf das nachdrücklichste widerle-get. Er zeiget die Glückseligkeit, das An-sehen, den Nutzen, und insonderheit die weit-läuscige Vcrwandschaft dieser sanstmülhtgenGeschöpfe auf eine lebhafte und sinnreicheArt. Diese Satyre hat ihre würckliche Vor-züge, und alle diejenigen, welche eS durchihre Einsicht und Fähigkeit verdienen, daßsie Leftr heissen, werden solche nicht ohneVergnügen lesen. Der Uebersetzer hat sichsehr viele Mühe gegeben, getreu zu überse-tzen- Auf dem Titel-Blatt ist ein ordentli-cher und bedachtsamer Estl in Kupfer gesto-chen. Vielleicht wird derselbe von manchemaufmercksam betrachtet, den er, wenn erMusick und Lebms-Art verstünde, mit derallen Oimn-Arie begrüßen würde:

Spiegle dich in meinen Augen,

Da kauft du dein Bildniß seht»!

Oder wenn er gelehrt und belesen wäre, wür.de er ihm vielleicht entgegen schreyen:

.... ^uisin'siez? mutsionomme siele

kabula narracur. Ist s. 9. kr. zu haben-

Franckfurt und Leipzig- Allhier stehetman auf 2. Bogen in Quarto G. V w.Sendschreiben an Herrn Abt Mosheim«der den 8- und 9. §. des ersten Capi-tels des ersten Theils seiner Sitten-Leb-re, den menschlichen verstand und dieFreyheit des willens betreffend. DerHerr Verfasser hält für unmöglich, dass derMensch nur einerley Verstand und Willenhabe, und dieser allein in der menschlichenSeele zu suchen sey. Die tägliche Erfah-rung überzeugt ihn das Gegentheil, und erverspürt bey sich alle Augenblicke einen dop-pelten Verstand und Willen, ohne welchensich mich der vom Apostel beschriebene Streitdes Geistes und des Fleisches nicht erklärenläßt. Er betrachtet den Menschen als einaus zweyen einander unähnlichen Substan,

zen zusammengesetztes Ding. Er ist ein vonder Erde genommenes Thier, so gleich an,der» thierische Erkänntniß und Willen besitzt.Vermöge der thierischen Triebe sucht er dentäglichen Abgang durch Nahrung zu ersetzen,sich wider Schaden zu verwahren rr. s. f.Daß die Sinnen, Einbildungs-Kraft, Ge«dächtniß u. s. f. die hiezu gehören, würckltchim Thier und dessen Gebäude zu suchen, lehrtdie Erfahrung. So lange die Werckzeugenicht vollkommen, äußern sich diese Kräftewenig oder nicht, Kranckheiten, die übernichts, als über die vesien und siüßige»Theile Gewalt haben, verderben diese Kräf-te u. s. f. In soweit ist also der Mensch einThier. Es ist aber demselben auch noch einanders Wesen beygefügt, das wir wenigerkennen als empfinden. Ob es Geist, Seele,ein göttlicher Funcke, das göttliche Ebenbild,oder anders heiße, daran ist im Hauvtwer-cke wenig gelegen. So viel aber finden wir,daß es ein ander Verhältniß gegen sich selbst,ein anderes gegen das damit verknüpftemenschliche Thier äussere. Wir spüren auihm keine thierische Triebe und Eigenschaf-ten. Es begehrt nicht sich zu unterhalten,zu beschützen oder forlzupflantzen. Seinegantze Beschäftigung bestehet in nichts, alsGOtt und die Welt sich vorzustellen. Sei-ne Begierden sind nicht wie dieses, und wer-den auch nie durch irrdische Dinge gesättigt.Es hat Begriffe von Sachen, die in der sicht-lichen Welt nicht anzutreffen sind, mithinauch nicht in die thierischen Sinnen fallen.Es stellt sich auch das mit ihm verbundeneTdier vor. Es ist der Spiegel, in welchemsteh alle dessen Regungen und Handlungenmahlen, und wovon die Empfindungen aufden Thierischen Menschen zurückprallen, vonwelchem 8m,su restex« denn bey den Thie-ren keine Spur anzutreffen ist. Seine Ur-theile und Willen kan dieses vortresiiche We,sen dem menschlickzen Tbiere auf eine unbe«greisiiche Art zu erkennen geben, wenn an-ders dessen Sinne und Werckzeuge so beschaf-fen sind, daß sie dergleichen Empfindungenzulassen. Daraus ist nach des Herrn Ver-

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