ä
Cap.XXXVIII. Andere Theil. 299
und Erden/ und kan alle Augenblick diß groſſeWeltgebaͤu widerum zerſtoͤrt/ oder zernichtigetwerden.
II. Gleichwie nun Gottes Wollen und RegirungKönnen eins/ oder der Wille Gottes allmaͤchtig des Leibe/iſt/ alſo/ weilen Gott hat woͤllen/ daß nach unſermWillen regirt/ und bewegt werde unſer Leib/ iſtdie Kraft der Seelen in unſerm Leib/ nit ihre ei-gene/ ſondern eigentlich zureden/ Gottes Kraft;und giltet hier/ was Paulus feinen Athenienſerneingeſchaͤrft/ Actor. 17. Daß wir in Gott leben/ſtreben/ und ſeyn. In Betrachtung deſſen ſehen2 gantz klar/ daß auch die Her ꝛſchaft welche wir
Nenſchen haben/ und uͤben/ über andere Coͤr pereinig und allein her ꝛühret/ von dem allkraͤftigenWillen Gottes der allein die Oberherꝛſchaft be ·ſitzet über alle feine Creaturen. Hiemit muͤſſen
groſſe Potentaten diſer Welt/ ob ſie ſchon nach
ihrem Willen regiren etwann vil tauſſent und
Millionen Menſchen/ wiſſen/ daß diſe Herꝛſchaft
liche Beſitzung nichts iſt gegen der groſſen Regi;
rung der gantzen Welt/ und auch ſie diſen ihren
Gewalt nit hetten/ wann er ihnen nit gegeben
were von Gott/ wie diſes der ewige Regent der
Welt ſelbs unter der Geſtalt eines armen Ubel-
kaͤhters zu Gemuͤht gefuͤhret hat dem Roͤmiſchen
Landvogt Pontio Pilato. a
Xv. Es zeiget ſich weiter in unſerer Seelen in Einfach-ein etwelcher Abtruck des Ebenbilds Gottes da⸗ heit desrinn/ daß derſelben Weſen einfach/ oder auß kei ⸗ Weſens/nen Theilen zuſamengeſetzet iſt; Aber auch da iſt|widerum ein unendtlicher Unterſcheid. Unſere
Seel faſſet oder begreift die Sachen/ denen fienachdenkt/ nit auf einmal/ ſondern eins nach dem
andern/ ja oft unordenlich. Gott aber iſt in ſei
nem Weſen ſo einf ach/ daß deſſen Weſen/ Willen/Verſtand/ und alle Eigenſchaften nur eins/ undallzeit in ihme gegenwertig ſind/ ſo daß er As| wa
A