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be zu beantworten hatte, mit dem besten Erfolg. Alsaber die ganze und überaus zahlreiche Versamm-lung zu Einwendungen aufgefodert wurde, so standein Unbekannter von der Doctor Bank auf, und un-terbrach das sonst gewöhnliche Stillschweigen. Er be-dankte erst, daß Escher öffentlich dem ReligionszwangdasWort rede, da doch seineVaterstadt und vorzüglichseine eigne Familie sich durch Unterstützung bedräng-ter Protestanten auf das rühmlichste ausgezeichnethatte; hierauf fieng er an mit Warme die ansiössi-ge Stelle zu widerlegen, und zwar, wie et sagte,nicht um sich im Disputieren zu üben, sondern damitdie Wahrheit an den Tag komme. Escher bemerktebald, daß seine Behauptung theils schwankend war,theils mit seinen eignen Grundsätzen nicht überein-stimmte, und vertheidigte sich mit bangem Herzen,bis der Prasideut ihm zu Hülfe kam, die Unrichtig-keit des Satzes zugab ^ aber behauptete, er könneunter der Voraussetzung, daß ein Volk eine gewisseReligion wirklich zu seinem Grundgesetz gemachtha-be, als richtig angenommen werden. Allein der Geg-ner bewies nunmehr, es sey keine Nation znr Errich-tung eines solchen Gesetzes berechtigt, und setzte dienatürlichen Rechte aller Menschen in Glaubenssachenso deutlich auseinander, daß der Professor sich ganzzurückzog, uud nur allen Argwohn abzulehnen bedachtwar, als ob Escher an Intoleranz Gefallen trüge.Dieser letztere nahm hierauf wieder das Wort; bat,man möchte doch nicht vergessen, daß er seine Schriftnur um des bessern belehrt zu werden, öffentlicherPrüfung ausgesetzt habe, und gestand durch die bün-digen Einwürfe seines Gegners ganz andern Sinnesgeworden zu seyn; worauf die ganze Versammlungihm kauten Beyfall zuklatschte In der Folge nahm ervon diesem Vorfall zu vielen nützlichen Betrachtungen