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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
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117
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chenfachen, der andere das Erziehungswescn vollendszu reformieren den Auftrag bekam. Unterdessen ent-warfen die Kollegia der Examinatoren und oberstenSchuiherren auch einige Verbesserungspläne, tratenhierauf mit den neuen Vorstehern der Kirche undSchulen zusammen, und legten endlich im Jahr1715 verschiedene gemeinschaftlich abgefaßte Entwür-fe dem kleinen Rath znr Untersuchung vor. Dieserverordnete hernach aufs neue ein Kollegium von achtMitgliedern der Regierung und acht Geistlichen,welche die lezte Hand an das ganze Reformations-werk legen sollten, und die wirklich viele nützlicheVeränderungen in Kwchensachen nebst der gewünsch-ten neuen Einrichtung des öffentlichen Erziehungs-wesens zu Stande brachten.

Wie eifrig Escher hierbei) mitgewirkt habe, bewei-sen vorzüglich mehrere seinen Mitarbeitern vorgelegteAufsätze, worinn manches Vorurtheil der damaligenZeiten von ihm bestrittcn wurde. Diese zeigen, daßer an dem Christenthum seiner Mitbürger überhauptden Mangel des Einflusses auf das Leben , und anden Geistlichen hauptsächlich ihre schlechten Sittenmit vielem Nachdruck tadelte ; daß er in den Pre-digten die weitläufigen Auslegungen des Grund-textes und die nur melancholische Zweifelsucht erre-genden Aufforderungen zur Buße mißbilligte, hinge-gen gemeinnützige Lebcnsregeln und rührende Ermah-nungen im Geiste der Reformatoren, besonders desgroßen Zwingst, sehr vermißte; daß ihm nicht ohneGrund die Ocdination der Geistliche» ohne einevorhergegangene strenge Prüfung derselben sehr nach-theilig schien , und daß er selbst die Prediger einerArt Zensur ihrer Gemeinden unterwerfen zu könnenwünschte; daß er endlich, obgleich seine Begriffe vonder Kraft des Glaubens, dem Verdienst Christi u.s.f.