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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
Entstehung
Seite
119
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Leren Verbesserung er mit Grund mehr Gutes, alSvon allen in den Kirchensachen gemachten Verände-rungen erwartete. Deswegen hatte er in feinenschriftlichen Vorschlägen mit den lebhaftesten Farbendie unerträgliche Pedanterey der Schullehrer geschil-dert, welche so weit gieng , daß in 12 Jahren dieKnaben höchstens einen einzigen lateinischen Autorverstehen, mit großer Noth etwas aus dem Deut-schen in das Lateinische übersetzen, mit Hülfe einesWörterbuchs das griechische Testament verdeutsche»,und einige logische und rhetorische Kunstwörter ohneVerstand herzusagen lernten. Mit dieser Erziehungs-methode verglich Escher in einer im Jahr 171; demSchulkonvent übergebenen Schrift, was lange vor-her unter der Aufsicht eines Zwingst, eines Bullin-gers, und anderer berühmten Männer bey dem Gym-nasto geleistet worden war; wobey ein großes Über-gewicht auf Seite dieser letzter« zum Vorschein kam. Sie lehrten , behauptete er , nicht nur Kunst- sprachen, sondern auch den Gebrauch derselben,,, ohne welches ihre Erlernung eine eckelhafte Mar- ter ist. Mit den schönen Wissenschaften trachteten sie der Jugend die Augen zu öfnen, ihre Beur- theilungskraft zu schärfen , ihr Aufmerksamkeit, Nachdenken und Neigung zum Studieren anzugc- wöhnen. Was die lateinische und die griechische Sprache betrift, so lernte man bey ihnen beyde aus dem Grund verstehen, und vorzüglich das La- kein zierlich reden und schreiben". Gerade dieseLchrart suchte Escher wieder herrschend zu machen,und führte verschiedenehieraufabzweckende Vorschlä-ge , zum Theil wenigstens, glücklich aus. Auf sei-ne Vorstellungen hin wandte man auf die Bildungdes Herzens der Jugend mehr Zeit und Mühe alsvormals, damit dasselbe bey bloßem Wörterstudio