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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
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123
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richt, dessen Beysitzer gewöhnlich Eschers Meinungbeystimmten, und ihm so wie alle übrigen Beamtetenhäufige Beweise ihrer Achtung gaben, sich währendseiner Regierung nur 66mal versammelte, da hinge-gen sein Vorgänger dasselbe r79malzusammenberufenhatte.

Auf einer vorzüglich liebenswürdigen Seite zeigtesich Eschers Regierungskunst in Rücksicht auf dieöffentlichen Vergnügungen des Volkes. Es ist bekannt,wie sehr die protestantische Geistlichkeit im Anfangdes gegenwärtigen Jahrhunderts alle Arten von Lust-barkeiten einzuschränken bemüht war , mit wie vie-lem Eifer sie alle Spiele und besonders das Tanzenverfolgte. Sie wurde in ihren Bemühungen von bi-gotten, oder, wie man damals sagte, in der FurchtGottes erzogenen Magistratspersonen, oft auch vonsolchen unterstützt, die durch mürrische Strenge ihreJugendsünden abzuküssen glaubte». Deswegen wur-den, in Absicht auf die gesellschaftlichen Freuden, soviele Verordnungen gemacht, welche die Freyheit desBürgers, hauptsächlich aber des Landvolkes , demman vieles zu mißgönnen schien, das in den Städ-ten täglich geschah, beschrankten. Die Handhabungdieser Verordnungen machte die Landleute zur Cchwcr-muth, zur Heimtücke und zu heimlichen Lastern ge-neigt, und deßwegen war Esther stets auf Milde-rung ihrer Strenge bedacht. Er verglich sie mitMönchsregeln, und sagte, sie seyen auf Anrathcn blö-der und eben darum strenger Geistlichen, von Perso-nen eingeführt worden, die selbst am wenigsten den-selben nachgelebt hatten; auch behauptete er die Va-terlandsliebe und der männliche Muth werde dadurchnicht wenig geschwächt. Deswegen gab er selten denPredigern Gehör, welche ihm kleine Vergehen wider