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Landes geöffiret j ein Vorhabm, welches die prote-stantischen Bündtner in große Furcht setzte, und demsie sehr wünschten, daß die ganze Republik sich mög-lichst widersetzen möchte. Und endlich entzog feit eini-ger Zeit der kaiserliche Gesandte in Bündten, Frey-herr von Riesenfels, demohnedieß bedrängten Gott-hausbund , unter dem Vorwand , derselbe sey alleinSchuld, daß noch nicht alle Reformierten das Velt-lin verlassen hatten , die in dem mailändischen Kaps-tulat festgesetzten Pensionen ; während daß die übri-gen Bünde ihren Antheil an diesen in die Landeskassegehörenden Einkünften unmittelbar bezogen. Sowolüber diese Gegenstände, als über die streitige Ge-richtbarkeit in Ansehung verschiedner Besitzungen,wechselte der Gotthausbund mit Riesenfels ausführ-liche Briefe, wodurch aber die gegenseitige Erbitte-rung sich nur vermehrte. Die gleiche schädliche-Wir«kuttg hatte ein langwieriger Federkrieg *) unter denBänden selbst, der vorzüglich in den Jahren 1728 und29 mit großer Hitze geführt wurde. Endlich sondertesich im Maimonat des letztem Jahres , auf demKongreß zn Chur, der Gotthausbund von den zweenübrigen, weil dieselben seinen Wünschen in Rücksichtauf das Bistum und die Pensionen kein Gehör gebenwollten, gänzlich ab, und nahm keine» Antheil mehran den allgemeinen Geschäften.
Schon lange hatten diese Streitigkeiten die mit derRepublik enge verbündeten VIII alten Orte der Eid-genossenschaft aufmerksam gemacht, und sie bewogen,gemeinschaftlich und mehrmals, die Bündtner zu ei-nem gütlichen Vergleich aufzufordern. Desto mehrglaubte sich der Gotthausbund zu Absendung einer
Die Bündtner nannten diesen Federkrieg , Federspiel und
ffederfechkerep.